Ski alpin Weltcup
Abfahrts-Damen suchen ihren Platz

Licht und Schatten beim Weltcup in kanadischen Lake Louise für die Damen des DSV. Nach verpatzten Auftaktrennen haben Maria Riesch und Isabelle Huber nach guten Ergebnissen ihr Olympia-Ticket so gut wie sicher.

68 Tage vor den Olympischen Spielen in Turin (10. bis 26. Februar 2006) suchen die deutschen Ski-Damen noch ihren Platz in der internationalen Konkurrenz. Der erste Weltcup ohne die zurückgetretene "Speed Queen" Hilde Gerg war für deren Thronfolgerin Maria Riesch und Co. ein Wechselbad der Gefühle. Während Cheftrainer Wolfgang Maier nach den zunächst schwachen Leistungen im kanadischen Lake Louise bereits vom "Abstieg in die Zweitklassigkeit" sprach, machte Maria Riesch nur 24 Stunden später Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Weltspitze.

Die 21 Jahre alte Partenkirchenerin fuhr am Samstag bei ihrem erst dritten Rennen nach dem Kreuzbandriss vom Januar auf den guten neunten Platz, machte Rang 34 vom Vortag vergessen, und verpasste das Olympia-Ticket nur knapp. "Für Maria ist dieses Ergebnis neues Lebenselixier", jubelte Maier anschließend. Riesch selbst sprach von einem "großen Schritt nach vorne. Ich bin mir sicher, daß es nicht mehr lange dauert, bis ich wieder da bin, wo ich schon einmal war."

Maier: "Mehr als zu erwarten war"

Wie Riesch hat auch Isabelle Huber (Ruhpolding) nach Platz 15 in der Samstags-Abfahrt das "halbe Olympia-Ticket" bereits in der Tasche, Martina Ertl-Renz (Lenggries) hatte die Fahrkarte nach Turin schon beim Weltcup-Auftakt in Sölden mit Platz acht im Riesenslalom gebucht. "Das ist mehr als nach den vergangenen Tagen in Lake Louise zu erwarten war", sagte Maier, der zunächst geklagt hatte, er habe nach Gergs Abtritt "nichts zum Nachschieben".

Zusätzlich Hoffnung macht dem Coach, dass nur Materialprobleme noch bessere Ergebnisse verhinderten. "Technisch" seien seine Damen "schon viel besser gefahren" als zu Beginn. Speziell "Maria ist der Spitze wesentlich näher gekommen", meint Maier. Das ist deshalb um so erstaunlicher, musste Riesch doch, wie erst jetzt bekannt wurde, Anfang November einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Beim Slalom-Training in Sölden stürzte sie und zog sich einen Bruch der Handwurzel zu. Mittlerweile hat sie jedoch keine Probleme mehr, obwohl sie angibt, "noch nicht locker genug" zu sein.

Fürbeck: "Es kommen wieder bessere Zeiten"

Das gilt offensichtlich auch für Petra Haltmayr (Rettenberg). Die 30-Jährige, im vergangenen Jahr laut Maier "ein bisschen die Prinzessin in der Abfahrt hinter Hilde", hatte ihre einzigen beiden Weltcup-Rennen in Lake Louise gewonnen. Am Wochenende fuhr sie auf der Strecke "Olympic Downhill" auf die Plätze 41 und 38. "Es kommen auch wieder bessere Zeiten", meinte Abfahrstrainer Andreas Fürbeck.

Gestützt wird diese positive Prognose vom Abschneiden Hubers. Wie Riesch bestritt die 24-Jährige ihre ersten Abfahrtsrennen nach einem Kreuzbandriss. Bei der Premiere am Freitag sprang für sie ein guter 20. Platz heraus, ehe sie sich einen Tag später noch um sechs Ränge steigerte. "Ich fühle mich wieder wohler. Aber die Hilde geht uns allen noch ab. Ihr Rücktritt war ein Schock, mit dem wir erst noch fertig werden müssen", sagte sie. Das könnte vielleicht doch schneller gehen als zunächst erwartet.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%