Ski alpin Weltcup
Absage in Bormio ist Rückschlag für Riesch

Weil die Piste Stelvio in Bormio in schlechtem Zustand ist, wurde auch die Abfahrt der Damen beim Saisonfinale abgesagt. Maria Rieschs Chancen auf den Weltcup-Gewinn schwinden.

Als Maria Riesch am frühen Mittwochmorgen die obligatorische Besichtigung der Rennstrecke abgeschlossen hatte, da ahnte sie bereits, was wenig später zur Gewissheit werden sollte. "Die Piste hat brutal ausgesehen", berichtete sie, und am Ende schloss sich die Renn-Jury dieser Beurteilung an. Nach der Abfahrt der Männer wurde beim Weltcup-Finale der Ski-Rennläufer im italienischen Bormio auch die Abfahrt der Frauen abgesagt. Die Piste war teilweise aufgeweicht und damit zu gefährlich.

"Ich wäre die Abfahrt natürlich gerne gefahren, aber es ist besser, kein Risiko einzugehen", sagte Riesch, der damit eine Chance weniger bleibt, um ihren Rückstand im Gesamtweltcup auf ihre Freundin Lindsey Vonn aus den USA noch aufzuholen - 159 Punkte liegt sie hinter der Abfahrtsweltcup-Siegerin, nur noch drei Saison-Rennen stehen aus. "Die Absage ist für Maria schon ein Nachteil", betonte DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier. Zumindest von Verfolgerin Nicole Hosp (Österreich) hätte sich Riesch wohl etwas absetzen können.

Riesch: "Im Ziel bist du fast eingesunken"

Die Nachteile könnten sich häufen. Die Piste Stelvio im WM-Ort von 1985 und 2005 präsentiert sich als weißes Band bis ins Tal, doch der Schein trügt: Tatsächlich ist es viel zu warm in Bormio und die Stelvio kaum zu präparieren. "Oben ist es sehr gut durchgefroren und fast eisig", berichtete Riesch. Ab der Streckenmitte bis hinunter in den Zielraum wird der Schnee dann aber mit jedem Höhenmeter weicher. "Im Ziel bist du fast eingesunken", sagte die Partenkirchenerin und ergänzte: "Aber für das Wetter kann halt keiner was".

Am Donnerstag stehen die Super-G-Rennen auf dem Programm, es ist allerdings zu befürchten, dass zumindest auch diese beiden Wettbewerbe abgesagt werden müssen. Für die kommenden Tage sind nach wie vor Temperaturen über dem Gefrierpunkt angekündigt. "Ich hoffe, es klappt, aber wir sind ja auch noch nach den Männern dran", sagte Riesch. Die Männer sollen um 9.30 Uhr fahren, die Frauen um 12.30 Uhr. Die Perspektiven sind schlecht, es sei denn, die Strecke kann mit viel Wasser und Chemie noch rechtzeitig gehärtet werden.

Vierkampf um die Super-G-Kugel

Eine Absage des Super-G hätte freilich eine für die Deutsche durchaus angenehme Begleiterscheinung: Sie stünde damit automatisch als Gewinnerin des Disziplin-Weltcups fest. Es wäre für Maria Riesch die zweite kleine Kristallkugel - die Trophäe für ihren Sieg in der Kombinations-Wertung ist ihr seit dem vergangenen Wochenende sicher. Die Super-G-Wertung führt sie an, Chancen auf den Titel haben auch noch Elisabeth Görgl (Österreich/53 Punkte zurück), Renate Götschl (Österreich/73) und Emily Brydon (Kanada/80).

Die Absage der Frauen-Abfahrt sorgte nicht für allzu große Aufregung. Lindsey Vonn hatte bereits zwei Rennen zuvor als Siegerin des Disziplin-Weltcups festgestanden. Nicht so glücklich war dagegen die Absage bei den Männern - Bode Miller (USA) lag nur fünf Punkte hinter Didier Cuche (Schweiz), der seinen Titel erfolgreich, aber am Ende kampflos verteidigte. Weshalb der Schweizer auch gleich an die Tür von Millers Wohnmobil klopfte, um sich zu entschuldigen.

© SID

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