Ski alpin Weltcup
Cuche holt Gesamtweltcup in der Abfahrt

Mit einem Sieg in der Abfahrt in Kvitfjell hat sich der Schweizer Didier Cuche den Weltcup-Gesamtsieg in der Königsdisziplin gesichert. In 1:28,51 Minuten landete der WM-Dritte vor Erik Guay seinen ersten Saisonerfolg.

Er war der würdige Sieger eines fragwürdigen Rennens: Didier Cuche aus der Schweiz behielt in der Waschküche von Kvitfjell den Durchblick und fuhr nervenstark zum größten Erfolg in seiner bewegten Karriere. Mit seinem ersten Sieg seit mehr als drei Jahren krönte sich der 32 Jahre alte Routinier bei der Abfahrt auf der Olympiastrecke von 1994 vorzeitig zum neuen Weltcup-Champion in der alpinen Königsdisziplin. Der WM-Dritte im Riesenslalom ist damit der erste Schweizer Gewinner des Abfahrtsweltcups seit Franz Heinzer im Jahre 1993.

Das Rennen am Olympiabakken drohte schon zu einer Farce zu werden. Nebel und Schneefall hatten nach zehn gestarteten Läufern zu einer Unterbrechung geführt, erst 90 Minuten später ging es weiter. Am Ende ging es sportlich halbwegs gerecht zu: Cuche siegte auf der wegen starken Windes bereits verkürzten Strecke in 1:28,51 Minuten vor dem Kanadier Erik Guay (0,06 Sekunden zurück) und Marco Büchel aus Liechtenstein (0,29). Die zwei deutschen Läufer Johannes Stehle (Obermaiselstein) und Stephan Keppler (Ebingen) erreichten die Ränge 24 und 32, Stehle gelang dies immerhin mit der hohen Nummer 56.

Svindal noch durchgereicht

Reichlich Pech hatte der norwegische Doppel-Weltmeister Aksel Lund Svindal. Weil die Piste mit zunehmender Dauer des Rennens immer schneller wurde, fuhren plötzlich Läufer mit hohen Startnummern wie Johan Clarey (Frankreich/Startnummer 37), Werner Heel (Italien/46) und Lars Myhre (Norwegen/61) sogar noch in die Top Ten hinein und reichten den Lokalmatadoren auf Rang elf durch. Svindal konnte den Rückstand im Gesamtweltcup auf Titelverteidiger Benjamin Raich aus Österreich (21.) damit nicht entscheidend verkürzen: Vor den letzten fünf noch ausstehenden Rennen liegt er 103 Punkte zurück.

Während Raich der erfolgreichen Titelverteidigung immer näher kommt, durchbrach Cuche die bereits sieben Jahre dauernde Herrschaft der Österreicher im Abfahrtsweltcup. Die kleine Kristallkugel in der Königsdisziplin hatten zuletzt Michael Walchhofer (2-mal), Stephan Eberharter (3-mal) und Hermann Maier (2-mal) gewonnen. Als letzter Nicht-Österreicher war im Jahre 2000 der Norweger Lass Kjus bester Abfahrer.

Durch seinen Sieg im vorletzten Rennen entging Cuche, der im Januar 2004 in Garmisch-Partenkirchen seinen letzten Erfolg und auch den letzten eines Schweizer Abfahrers gefeiert hatte, der "Schmach", womöglich ohne ersten Platz die Abfahrts-Gesamtwertung zu gewinnen. Ohne einen einzigen Saisonsieg war dies zuletzt 1994 Marc Girardelli (Luxemburg) gelungen, das seltene Kunststück brachte 2000 auch die Deutschen Regina Häusl (Schneizlreuth) fertig.

© SID

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