Ski alpin Weltcup
Dorfmeister triumphiert bei Abfahrt in St. Moritz

Nur einen Tag nach ihrem Erfolg im Super-G an gleicher Stelle hat Michaela Dorfmeister auch die Weltcup-Abfahrt in St. Moritz gewonnen. Die Österreicherin siegte knapp vor ihrer Teamkollegin Renate Götschl.

Während sich Michaela Dorfmeister auf ihrer Abschieds-Tournee so stark wie nie präsentiert, erlebten die deutschen Ski-Rennläuferinnen ihr Desaster: Die 32 Jahre alte Österreicherin war 24 Stunden nach ihrem Super-G-Triumph in St. Moritz auch in der Abfahrt nicht zu schlagen und ist drei Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Turin endgültig in die Rolle der Gold-Favoritin geschlüpft.

Der Deutsche Skiverband (DSV) dagegen musste sich mit Rang 27 von Stefanie Stemmer begnügen - immerhin das beste Resultat in der noch jungen Karriere der 24-Jährigen. "Dennoch: Unser Abschneiden war indiskutabel. Auch wenn uns in der Abfahrt die Substanz fehlt, muss da mehr kommen", sagte Chaftrainer Wolfgang Maier: "Wir schießen uns mit derartigen Vorstellungen selbst ins Aus."

"Das ist die wohl beste Dorfmeister, die es je gegeben hat"

Davon kann bei Michaela Dorfmeister keine Rede sein: "Das ist die wohl beste Dorfmeister, die es je gegeben hat", jubelte sie nach ihrem Doppel-Sieg: "Das ist ein Traum. Ich bin sehr glücklich. Zwei Rennen binnen 24 Stunden habe ich noch nie gewonnen." In ihrer 15. und letzten Saison stand "Dorfi" bei zehn von elf Speed-Rennen auf dem Podest, dreimal ganz oben. Lediglich bei der Abfahrt in Val d´Isere hatte sie das "Stockerl" als Achte verpasst: "Olympia ist aber eine andere Sache", versuchte sie, die Erwartungen zu dämpfen.

Im Abfahrts- wie im Super-G-Weltcup hat Dorfmeister die Nase deutlich vorne, in der Gesamtwertung machte sie als Zweite mit nun 930 Punkten weiter Boden auf die führende Dreifach-Olympiasiegerin Janica Kostelic (1 058) gut. Die Kroatin fuhr in in 1:43,95 Minuten hinter Dorfmeister (1:43,76) und der dreimaligen Moritz-Siegerin Renate Götschl aus Österreich (1:43,83) auf Platz drei. Vom Podest kann der DSV nur träumen

Vom Podest kann der DSV nur träumen. Isabelle Huber (Ruhpolding) wurde 39., Petra Haltmayr (Rettenberg) als beste deutsche Speed-Fahrerin 42., Gina Stechert (Oberstdorf) fuhr auf Rang 43. Martina Ertl-Renz (Lenggries) und Monika Bergmann-Schmuderer (Lam) nutzten die Abfahrt als Training für die Super-Kombination am Sonntag, waren mit den Plätzen 36 und 54 aber auch nicht zufrieden. Einzig Stefanie Stemmer (Rottach-Egern) strahlte. "Super, ich freue mich", sagte sie über ihr zweites "Top 30"-Resultat: "Ich hatte keine optimale Fahrt und deshalb nicht mit diesem Ergebnis gerechnet."

Haltmayr fand ihre Fahrt indes "technisch gar nicht so schlecht. Aber weil oben etwas Wind aufkam, war ich benachteiligt". Huber gab zu, dass ihr die zuletzt enttäuschenden Resultate "noch im Kopf hingen. Ich redete mir ein, dass mir das nichts ausmacht. Aber das stimmt leider nicht". Sie hat am kommenden Wochenende in Cortina d´Ampezzo zum letzten Mal die Chance, den ihr für die Olympia-Qualifikation noch fehlenden Platz in den "Top 15" einzufahren.

Schon am Sonntag will Martina Ertl-Renz wieder nach oben. "Mein Material ist immer noch nicht optimal. Deshalb habe ich einen alten Ski benutzt - als Notlösung", sagte sie über ihre Abfahrt. Mit dem selben Ski soll es bei der Super-Kombination unter die besten Zehn gehen: "Obwohl die Konkurrenz immer stärker wird und Kostelic sowie Anja Pärson wohl unschlagbar sind, wäre ein versöhnliches Ende dieses Wochenendes mein Wunsch."

© SID

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