Ski alpin Weltcup
DSV-Riege zum Auftakt in Levi nur Außenseiter

Nach dem buchstäblichen ins Wasser gefallenen Auftakt in Sölden nehmen die alpinen Skiläufer nun im finnischen Levi einen zweiten Anlauf zum Weltcup-Start. Die deutschen Aussichten in den Slaloms sind allerdings mäßig.

Ende Oktober machte das mild-regnerische Wetter den Weltcup-Auftakt auf dem Gletscher von Sölden unmöglich, nun geht es eben im finnischen Levi ab heute um die ersten (Slalom-)Punkte und Siege des WM-Winters. Die schillernden Stars der Szene geben sich allerdings ungewohnt zurückhaltend. Schnee-Königin Janica Kostelic kümmert sich lieber um ihren Lebensgefährten, Freigeist Bode Miller kommt bislang ohne jede Extra-Tour aus.

Und so konzentriert sich das Interesse auf die von der heimischen Presse als Wunderteam hochgelobte Truppe aus Österreich. Während die kleine Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach den Rücktritten von Hilde Gerg und Martina Ertl-Renz von Siegen wohl nur träumen darf, zählt für Rot-Weiß-Rot nur der totale Triumph.

29 Siege und 86 Podestplätze holte "Felix Austria" im vergangenen Winter, dazu den Gesamt-Weltcup durch Benjamin Raich. "Wieder da hin zu kommen, das ist das Ziel", sagt Damen-Cheftrainer Herbert Mandl. Er hofft, dass die erfahrenen Rennläuferinnen Alexandra Meissnitzer und Renate Götschl sowie die junge Truppe um Marlies Schild, Nicole Hosp und Kathrin Zettel spätestens bei der WM im schwedischen Are (3. bis 18. Februar 2007) die Lücke schließen, die der Rücktritt von Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister aufgerissen hat.

Pärson und Miller fordern die Österreicher

Schärfste Konkurrentin im Kampf um die Kristallkugel ist wohl die schwedische Slalom-Olympiasiegerin Anja Pärson. Zumal Kostelic - im vergangenen Winter Gesamtsiegerin - ihrem geschundenen Körper ein Jahr Auszeit gönnt. Pärsons im Sommer operiertes Knie hält, Vater Anders sagt: "Sie ist sehr gut drauf und sprudelt über vor Humor."

Allenfalls Lindsey Kildow (USA) dürfte in den Kampf Schweden - Österreich eingreifen. Maria Riesch (Partenkirchen) will nach ihrem zweiten Kreuzbandriss in der WM-Saison zumindest "zeigen, dass ich wieder da bin." Annemarie Gerg (Lenggries) ist verletzungsbedingt ebenso nur Außenseiterin wie die Abfahrts-Sechste von Turin, Petra Haltmayr (Rettenberg), in ihrer wohl letzten Saison, sowie die jungen deutschen Läuferinnen um Kathrin Hölzl (Bischofswiesen).

Ungewohnt ruhig war es zuletzt um Herausforderer Nummer 1 des österreichischen Männer-Teams: Bode Miller. Zwar sinnierte er jüngst mal wieder über ein baldiges Karriereende, doch davon will er nichts mehr wissen. "Sicher kann man sich bei ihm nie sein", sagt US-Coach Phil Mcnichol zwar: "Aber er hat der wichtigsten Person in seinem Leben etwas zu beweisen: sich selbst." Nach der Enttäuschung von Turin, wo Top-Favorit Miller keine Medaille holte, trainiere er nun "hart und konzentriert", meint Mcnichol: "Ich bin hoch erfreut."

Der neue lockere Meier

Ösi-Idol Raich gilt dennoch als erster Kandidat für den Sieg im Gesamtweltcup, obwohl Herren-Cheftrainer Toni Giger betont, "dass niemand glauben darf, dass Erfolge selbstverständlich sind." Zu tief sitzt bei den Österreichern noch immer der Schock, den der Sieg des Franzosen Antoine Deneriaz bei der Olympia-Abfahrt verursacht hat. Vor allem der damals grippegeschwächte Hermann Maier sinnt jetzt auf Revanche - mit neuer Gelassenheit. "Der Spaß, diesen Sport betreiben zu können, steht für mich nun im Vordergrund", sagt er.

Das gilt auch für Felix Neureuther, obwohl der 22 Jahre alte Partenkirchener neben Slalom-Spezialist Alois Vogl (Zwiesel) die Hauptlast der deutschen Männer-Hoffnungen trägt. Fitter denn je und mit neuem Servicemann will er angreifen und konstant in die Top zehn fahren. "Felix ist nicht aufzuhalten", sagt Coach Werner Margreiter.

© SID

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