Ski alpin Weltcup
Frustrierter Bode Miller spekuliert über Rücktritt

Doppelweltmeister Bode Miller macht sich Gedanken über die Zukunft. Der 28-Jährige ist auf der Suche nach Motivation und zudem genervt von der fortschreitenden Kommerzialisierung seines Sports.

US-Ski-Star Bode Miller hat die Spekulationen über ein baldiges Ende seiner alpinen Ski-Karriere weiter angeheizt. Nach seinem zweiten Platz im Riesenslalom von Sölden kam Miller in der vergangenen Woche in Lake Louise in Abfahrt und Super-G nur auf die enttäuschenden Plätze 22 und 18. "Ich habe zwar noch nicht mit diesem Sport abgeschlossen, aber ich bin sicher langsam bereit, aufzuhören", gab der 28-Jährige jetzt am Rande der Weltcup-Rennen im amerikanischen Beaver Creek zu Protokoll. Bereits im letzten Jahr hatte Miller sich ähnlich geäußert. Er wolle sein Leben nicht für Dinge verschwenden, die ihn nicht glücklich machen. Darauf hin hatte er sogar einen Verzicht auf die Olympischen Spiele in Turin (10. bis 26. Februar 2006) in Erwägung gezogen.

Motivationsprobleme, Frustration und Verägerung

Gründe für seinen möglichen Rücktritt hat der Weltcup-Gesamtsieger viele. Vor allem sei seine "Motivation sicher nicht so, wie sie sein sollte", bekennt Miller. Auch Erfolg mache nicht immer glücklich, sagt der zweimalige Silbermedaillen-Gewinner der Winterspiele von 2002: "Als ich vor fünf, sechs Jahren immer bessere Resultate einfuhr, merkte ich plötzlich, dass ich damit nicht notwendigerweise auch mehr Spaß hatte."

Außerdem ärgert sich der Doppelweltmeister über die fortschreitende Kommerzialisierung seines Sports und die Verpflichtungen eines Superstars. Sinn des Sports sei es, "Herausforderungen zu erfahren, Freundschaften und Charaktere zu formen. Doch es ist völlig klar, dass es ein vom Geldverdienen geprägtes Geschäft geworden ist." Die Athleten seien seiner Meinung nach total durch Medien, Sponsoren, Funktionären und Fans vereinnahmt: "Ab einem gewissen Punkt hörst du dann auf, das zu tun, was du willst, weil es zu viele Dinge gibt, die du tun musst." Dazu gehöre es auch, sich keine Pause zu gönnen. Miller hat kein einziges der letzten 116 Weltcup-Rennen verpasst - eine Serie, die bald zu Ende sein könnte, wie er nun zu verstehen gab.

Dauerthema Doping

Auch die Anti-Doping-Bestimmungen hatte Miller immer wieder kritisiert. Bereits zum Auftakt der Weltcup-Saison im Oktober in Sölden hatte er sich für die Freigabe des Dopingmittels Epo ausgesprochen und dafür herbe Kritik vom Weltverband FIS geerntet. Vor wenigen Tagen legte Miller nach und attackierte die FIS sowie die Anti-Doping-Weltagentur (Wada). Er habe lediglich die Medien für die vielen vorherrschenden Probleme sensibilisieren wollen, erklärte Miller seinen verbalen Rundumschlag nun, "in der Hoffnung, etwas zu ändern".



© SID

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