Ski alpin Weltcup
Geschwächter Neureuther patzt beim "Heimspiel"

Der Heim-Slalom in Garmisch-Partenkirchen entwickelte sich für Felix Neureuther zu einem Desaster. Geschwächt durch eine fiebrige Erkältung landete der 23-Jährige nur auf Rang 17.

Ski-Ass Felix Neureuther hat ausgerechnet bei seinem Heim-Slalom in Garmisch-Partenkirchen einen rabenschwarzen Tag erwischt. Am Ende sprang für den von einer fiebrigen Erkältung geplagten 23-Jährigen lediglich Rang 17 heraus. "Das ist wirklich schade, wenn man beim eigentlich schönsten Rennen nicht fit an den Start geht", sagte der Lokalmatador. Zur Enttäuschung des Großteils der 10 000 Zuschauer besaß Neureuther am Ende nicht einmal die Chance, wenigstens aufs Siegertreppchen zu fahren.

"Es war ja abzusehen"

Während bei strahlendem Sonnenschein im WM-Ort von 2011 die Fans aus Österreich den zweiten Weltcup-Sieg von Reinfried Herbst feierten, der in 1:42,00 Minuten vor Manfred Mölgg aus Italien (0, 65 Sekunden zurück) und Ivica Kostelic aus Kroatien (1,18) gewann, ging der enttäuschte Neureuther auf wackeligen Beinen von dannen. "Es war ja abzusehen", sagte er mit schwacher Stimme mit, "ich hatte gestern noch 38, 39 Grad Fieber." Im ersten Lauf gelang ihm mit Kostelic noch die viertbeste Zeit, im Finale aber "ist mir der Saft ausgegangen".

Hinzu kam der Druck, es vor eigenem Publikum besonders gut machen zu wollen. Immerhin hatte Neureuther im Vorjahr auf seinem Hausberg Rang zwei belegt, nach zahlreichen Top-Platzierungen und zwei "Stockerl"-Fahrten in diesem Winter schien er überfällig für seinen ersten Weltcup-Sieg zu sein. "Der Druck unter der Woche war schon extrem", bekannte er, und am Ende hatte er auch darunter ein wenig zu leiden: "Der Stress vor dem Rennen", die Erkrankung, "das war alles ein bisschen zu viel", sagte Neureuther.

"Am Schluss ist fast nichts mehr gegangen"

Die gesundheitlichen Probleme von Neureuther waren trotz der guten Platzierung schon nach der ersten Fahrt auffällig. "Am Schluss ist fast nichts mehr gegangen", klagte er nach dem ersten Durchgang, in dem nach einer grandiosen zweiten Zwischenzeit erkennbar mit der Kraft zu kämpfen hatte und auf dem letzten Drittel gut drei Zehntel einbüßte. Im zweiten versuchte er noch einmal, letzte Reserven zu mobilisieren, doch er fand keine. Ein Krampf in der Hüfte, einige schwere Patzer - aus der Traum vom großen Tag am "eigenen" Berg.

Das zweitschlechteste Resultat in diesem Winter schmälerte außerdem Neureuthers Chancen im Kampf um den Slalom-Weltcup: Eine gute Platzierung, und der Partenkirchner hätte viel Boden gut machen können auf Spitzenreiter Jean-Baptiste Grange aus Frankreich (463 Punkte), der am höchst anspruchsvollen Gudiberg ausschied. Mit 298 Punkten ist Neureuther auf Rang fünf zurückgefallen. "Schade, wenn man weiß, dass man Rennen gewinnen kann, und dann fehlt einem immer ein bisschen das Quäntchen Glück", sagte Neureuther.

Noch Glück im Unglück hatte der ebenfalls ausgefallene Bode Miller (USA): Mit 1 067 Punkten führt er weiter den Gesamtweltcup an, Verfolger Benjamin Raich aus Österreich (969) machte als Elfter nur wenige Punkte gut.

© SID

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