Ski alpin Weltcup: Guay nächster Überraschungssieger in Garmisch

Ski alpin Weltcup
Guay nächster Überraschungssieger in Garmisch

Erik Guay hat die zweite Abfahrt beim Weltcup in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Der Kanadier setzte sich in 1:56,80 Minuten überraschend vor Andrej Jerman (Slowenien) durch. Dritter wurde der Schweizer Didier Cuche.

Bei der zweiten Weltcup-Abfahrt binnen 24 Stunden in Garmisch-Partenkirchen hat Erik Guay überraschend seinen ersten Sieg eingefahren. Der Kanadier setzte sich auf der Kandahar in 1:56,80 Minuten mit 0,50 Sekunden vor dem Slowenen Andrej Jerman durch. Jerman hatte die erste Abfahrt am Freitag für sich entschieden. Nur drei Hundertstelsekunden hinter Jerman wurde Didier Cuche Dritter. Der Schweizer verteidigte damit seine Führung im Abfahrtsweltcup.

Guay kündigt "fette Party" an

"Das ist einfach unglaublich, heute Abend gibt es eine fette Party", sagte Guay, der die 3 455 Meter lange Strecke vom Kreuzjoch in 1:56,80 Minuten bezwang. Der Kanadier, der am Vortag den dritten Rang auf einer wesentlich weicheren Kandahar belegt hatte, war 0,50 Sekunden schneller als Andrej Jerman aus Slowenien, der beim ersten Rennen am Freitag begünstigt durch eine frühe Startnummer zu seinem ersten Weltcup-Sieg gefahren war. Auf Rang drei landete diesmal der Schweizer Didier Cuche (0,53 Sekunden zurück), der damit bei noch zwei ausstehenden Abfahrten vor dem Gewinn des Weltcups steht.

Ein kräftiges Lebenszeichen kam diesmal auch von den deutschen Ski-Rennläufern. Johannes Stehle (Obermaiselstein) erreichte mit der hohen Startnummer 49 noch Rang 20 (1,79 Sekunden zurück). Es war das beste Resultat seiner Karriere und erst das zweite Mal, dass der 25 Jahre alte Sportsoldat in die Punkteränge fuhr. "Ich bin unheimlich froh", sagte Stehle nach seinem kleinen Coup, "es ist wichtig fürs Ego und fürs Selbstvertrauen, mal so einen rauszuhauen." Schon vor dem Start habe er erkannt, "dass heute etwas drin war", berichtete er. Und die Piste hielt tatsächlich besser als am Vortag.

Wesentlich bessere Voraussetzungen besaß Stehles Teamkollege Stephan Keppler. Doch der Wahl-Münchner, mit der durchaus günstigen Startnummer 1 ins Rennen gegangen, fährt nach seinem schweren Sturz Mitte Januar in Val d´Isere seiner damaligen guten Form noch immer hinterher: Für ihn reichte es nur zu Rang 34 (2,63 Sekunden zurück). "Ich hatte mir heute schon eine Top-Zehn-Platzierung ausgerechnet", bekannte der 23-Jährige. "Die Nummer 1 war schon von Vorteil, aber seit der WM ist bei mir irgendwie der Wurm drin." In der Tat: Am Vortag wurde er nach einem Torfehler sogar disqualifiziert.

Margreiter lobt Stehle

Der deutsche Männer-Cheftrainer Werner Margreiter fiel zum unglücklichen Keppler ein "schade" ein, Stehle wiederum habe eine "ganz feine Leistung" geboten, versicherte er. Bemerkenswert fand der Österreicher auch die Leistungen der Nachwuchsläufer Andreas Strodl (Partenkirchen/45.), Josef Ferstl (Hammer/48.) und Thomas Fischer (Ruhpolding/49.), die beim Heimrennen ausnahmsweise in den Weltcup hineinschnuppern durften. "Die Jungen haben sich hier von Tag zu Tag gesteigert, auch wenn das nicht jeder erkennt. Aber sie brauchen noch ein paar Jahre, um sich reinzufahren."

Ob und wann sich die Jungen "reinfahren", wird Margreiter voraussichtlich nicht mehr als deutscher Männercheftrainer erleben. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, es ist kein Geheimnis mehr, dass er wohl nicht verlängert wird. Der Österreicher könnte es auch durchaus verstehen, wenn der Deutsche Skiverband (DSV) nicht mehr an ihm festhält: "Ich habe hier nicht das erreicht, was ich erreichen wollte. Es ist mir nicht gelungen, dass wir mit drei, vier Leuten pro Disziplin vertreten sind." Das ist freilich nicht alleine das Problem von Margreiter.

© SID

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