Ski alpin Weltcup
Gut profitiert in St. Moritz von Startnummer eins

Ihren ersten Weltcup-Sieg konnte Lara Gut in St. Moritz perfekt machen. Dabei profitierte die Schweizerin von den schlechten Bedingungen, die nach ihrem Lauf herrschten.

Schlechte Sicht, ungünstige Kurssetzung und zu viel Schnee - Maria Riesch hätte für ihr Ausscheiden beim Super-G in St. Moritz viele Ausreden bemühen können. Doch die Partenkirchenerin fand die Schuld bei sich selbst: "Das war ein Besichtigungsfehler", sagte Riesch über ihr frühes Aus bei irregulären Verhältnissen. Die erst 17 Jahre alte Schweizerin Lara Gut nutzte dabei die Gunst ihrer Startnummer 1 und fuhr zu ihrem ersten Weltcup-Sieg.

Jüngste Siegerin eines Super-G im Weltcup

Gut löste die Slowenin Alenka Dovzan als jüngste Siegerin eines Super-G im Weltcup ab. Bei ihrer Fahrt auf der "Corviglia" fand sie perfekte Verhältnisse vor und die perfekte Linie, während so manche Favoritin im Schneegestöber die Übersicht verlor. Darunter Lindsey Vonn, die wie Riesch ausschied. Die US-Amerikanerin blieb dennoch im Gesamtweltcup vorne, Riesch behauptete Platz drei.

"Lara hat ihre günstige Nummer perfekt genutzt", stellte Riesch verärgert fest. Weil nach Guts Fahrt immer mehr Schnee auf die Piste fiel, kamen die später startenden Athletinnen kaum mehr heran. Nur Fabienne Suter aus der Schweiz (0,63 Sekunden zurück) und die in der Disziplinwertung führende Italienerin Nadia Fanchini (0,87) hielten ihren Rückstand unter einer Sekunde. Gina Stechert aus Oberstdorf profitierte vom nachlassenden Schneefall und wurde Elfte.

Obwohl Riesch nicht nach Entschuldigungen suchte, musste sie in der Diskussion um die Bedingungen den unzufriedenen Kolleginnen doch ein Stück weit recht geben und regte an, die "unfaire" Startregel zu ändern. "Die Besten sollten mit den Nummern acht bis 15 fahren, nicht mit 16 bis 22. Wer mit einer höheren Nummer als 20 unterwegs war, hatte heute keine Chance mehr. Das ist nicht zum ersten Mal passiert und sollte nachdenklich stimmen", sagte sie.

Pärson: "Das war nicht fair"

Nachgedacht wurde von den Verantwortlichen um Renndirektor Atle Skaardal aber offenbar nicht allzu viel. Die Schwedin Anja Pärson, die immerhin noch Vierte wurde, beklagte sich, "dass der Schnee auf der Strecke nicht rausgeräumt wurde. Das war nicht fair". Vonn fand die Kurssetzung des kanadischen Cheftrainers Heinzpeter Platter "zu gefährlich. An der schnellsten Stelle so zu setzen, war falsch".

Wie Vorjahressiegerin Emily Brydon (Kanada) und die Kreutherin Viktoria Rebensburg erwischte es Vonn nach 34 Fahrsekunden bei einem Richtungswechsel. Rieschs Fahrt war wie die der Debütantin Nicola Schmid (Oberstdorf) sechs Sekunden früher zu Ende.

Nach Platz 24 in Lake Louise lief damit auch der zweite Super-G des Winters für die Vorjahresbeste dieser Disziplin nicht nach Plan. Ihr Cheftrainer Mathias Berthold schimpfte, Riesch sei "sehr unklug gefahren. Aber sie ist eine, die mit der richtigen Antwort zurückkommt". Und zwar am Sonntag bei der Abfahrt - bei besserem Wetter.

© SID

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