Ski alpin Weltcup
"Herminator" beherrscht Konkurrenz in Garmisch

Hermann Maier bleibt einer der besten Abfahrer der Welt. Der Österreicher siegte beim Weltcup der alpinen Skiläufer in Garmisch-Partenkirchen in 1:57,56 Minuten vor seinen Landsleuten Klaus Kröll und Andreas Buder.

In Garmisch-Partenkirchen hat Superstar Hermann Maier (Österreich) erneut seine Extraklasse unter Beweis gestellt und den Abfahrts-Weltcup der alpinen Skiläufer für sich entschieden. Der "Herminator" siegte in 1:57,56 Minuten vor seinen Landsmännern Klaus Kröll (1:57,83) und Andreas Buder (1:57,84). Für Maier war es im 199. Rennen der 53. Weltcup-Sieg, zudem der dritte Saisonerfolg. Seinen ersten Triumph im Weltcup feiert Maier am 23. Februar 1997 ebenfalls auf der "Kandahar".

Johannes Stehle aus Obermaiselstein musste das Rennen nach einem Bruch der Bindungsplatte aufgeben. Stephan Keppler (Ebingen) konnte in 1:59,58 Minuten als 21. seine ersten Weltcup-Punkte einfahren.

Kandahar-Piste macht Maier zu schaffen

Wie ein Verlierer sah zunächst auch Maier aus, als er ins Ziel fuhr - obwohl für ihn auf der Anzeigetafel an der Kandahar-Piste zum fünften Mal die Nummer eins aufleuchtete. Doch der Flachauer krachte im Auslauf in die Streckenbegrenzung, verletzte sich leicht an der linken Hand, und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. "Das war echt brutal heute", sagte er Minuten später, immer noch außer Atem: "Dass ich von einer Strecke derart gefordert wurde, dass ich mich ständig am Limit bewegen musste, habe ich lange nicht erlebt, unglaublich."

Unglaublich war auch die Leistung von Keppler. In seiner erst dritten Weltcup-Abfahrt dieses Winters fuhr der 21 Jahre alte Nobody aus Ebingen gleich in die Punkte. "Das ist super. So nah kam ich den Arrivierten bisher noch nie", sagte er. Zuvor hatte Keppler es auf die Ränge 54 (in Lake Louise) und 55 (in Val d´Isere) gebracht.

Cheftrainer Werner Margreiter attestierte dem Sportsoldaten, dass er seit dem vergangenen Winter "einen Leistungssprung gemacht hat". Dennoch dürfe man das Resultat nicht überbewerten. Nach dem Super-G am Sonntag kehrt Keppler wieder in den Europacup, die zweite Liga des alpinen Ski-Sports, zurück. "Ich muss noch lernen", meinte "Keppes", ehe er seinen Erfolg mit Freundin Heidi und seiner Familie im Zielhang genoss.

Stehle mit Problemen am Ski

Weniger zu feiern hatte Stehle. Im Mittelteil der Strecke musste er aufgeben, weil die Bindungsplatte seines rechten Skis gebrochen war. "Das ist auch dem Hermann schon passiert, ist aber super ärgerlich", sagte der 24-Jährige aus Obermaiselstein, der beim Abschlusstraining überraschend Sechster geworden war: "Da fährt man das Training seines Lebens und dann so eine Scheiße."

Maier dagegen meisterte die Schwierigkeiten im Tröglhang, obwohl er schon "bei der zweiten Zwischenzeit müde war". Die Favoriten Michael Walchhofer, Fritz Strobl (beide Österreich) und Daron Rahlves (USA) hatten allesamt mit dem Rennausgang nichts zu tun, Walchhofer behielt aber als Zehnter Rang eins im Abfahrts-Weltcup. In der Gesamtwertung blieb der ausgeschiedene Österreicher Benjamin Raich vorne.

Maier verbesserte sich vom sechsten auf den fünften Rang und hat in diesem Winter schon in drei von fünf olympischen Wettbewerben gewonnen - vor der Abfahrt in Garmisch siegte der Flachauer beim Riesenslalom in Sölden und im Super-G von Kitzbühel. "Das hätte ich vor der Saison auch nicht gedacht. Der Formaufbau in Richtung Turin passt perfekt, das Vertrauen ist zurück", sagte Maier. Für die Konkurrenz muss das wie eine Drohung klingen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%