Ski alpin Weltcup
Innerhofer "reitet"überlegen zum ersten Sieg

Der Italiener Christof Innerhofer hat bei schwierigen Bedingungen die Weltcup-Abfahrt in Bormio gewonnen. "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", jubelte der 24-Jährige im Ziel.

Außenseiter Christof Innerhofer ist auf der "Buckelpiste" von Bormio zu seinem ersten Weltcup-Sieg "geritten". Der Italiener fuhr bei der Abfahrt auf der berüchtigten Stelvio bei grenzwertigen Bedingungen überlegene Bestzeit und distanzierte das Feld der Favoriten deutlich. Nach 3 200 Metern auf der teilweise extrem vereisten Piste lag der 24-Jährige in 2:03,55 Minuten am Ende 0,32 Sekunden vor dem Österreicher Klaus Kröll, dessen Landsmann Michael Walchhofer mit knapp einer Sekunde Rückstand Dritter wurde.

Innerhofer bescherte der Ski-Nation Italien den ersten Triumph bei einer Abfahrt im WM-Ort von 1985 und 2005. Völlig überraschend kam der Sieg des Nobodys aber nicht. Der Südtiroler hatte bereits im Training bei ähnlich schwierigen Verhältnissen mit den Rängen zwei und zwölf überzeugt. Innerhofer war zuvor bei einer Weltcup-Abfahrt nie besser als Sechster gewesen, im Super-G fuhr er als Vierter von Beaver Creek zu Saisonbeginn sein bestes Ergebnis.

Svindal nur auf Platz 17

"Ich bin überglücklich. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", sagte Innerhofer, der in der Disziplinwertung einen Sprung in die Spitzengruppe machte. Walchhofer behielt dort Platz eins vor Kröll. Im Gesamt-Weltcup blieb Aksel Lund Svindal (Norwegen) vorne, obwohl der Abfahrtsweltmeister als 17. die Erwartungen nicht erfüllte.

Von den drei deutschen Startern erreichte nur Stephan Keppler die Punkteränge. Der Ebinger wurde 3,47 Sekunden hinter Innerhofer 30. und ergatterte noch einen Zähler. Die Brüder Andreas und Peter Strodl aus Partenkirchen kamen auf die Plätze 34 und 40. Andreas Sander (Ennepetal) hatte kurzfristig auf einen Start verzichtet.

"Nur" fünf Ausfälle

"Sehr schwierig" (Svindal), "extrem schwer" (Walchhofer) oder einfach nur "brutal" (Kröll): Die Stelvio wurde ihrem Ruf beim letzten Rennen des Jahres gerecht. Das befürchtete Sturz-Festival blieb jedoch aus. Jeder der Top-30-Läufer erreichte das Ziel, von insgesamt 49 Startern scheiterten nur fünf.

Innerhofer war mit der Startnummer 1 auf die zunächst griffige, aber im unteren Teil völlig vereiste und kaum mehr zu fahrende Piste gegangen. Als einziger Athlet fand er dabei die Ideallinie. "Er hat einen sensationellen Lauf erwischt", lobte Walchhofer.

Auch Bode Miller kam an Innerhofer nicht heran. Der Amerikaner hatte die Startnummern-Vergabe geschwänzt und "durfte" erst als 44. ran. Das war ein Vorteil, weil gegen Rennende die Sonne schien, doch für "Pokerspieler" Miller reichte es nur zu Platz vier.

© SID

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