Ski alpin Weltcup
Marco Sullivan überrascht die Abfahrts-Konkurrenz

Der US-Amerikaner Marco Sullivan ist bei der Abfahrt in Chamonix allen Favoriten davongefahren und sicherte sich damit den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere.

Bei der Weltcup-Abfahrt in Chamonix hat der US-Amerikaner Marco Sullivan die Konkurrenz geschockt und sich überraschend den Sieg gesichert. Der Kalifornier gewann im traditionsreichen französischen Wintersportort das erste Weltcup-Rennen seiner Karriere, nachdem er zuvor nur einmal, Ende November 2007 im kanadischen Lake Louise, als Zweiter auf dem Siegertreppchen gestanden hatte.

Der 27-Jährige, der nach dem schweren Sturz seines Landsmanns Scott Macartney eine Woche zuvor in Kitzbühel auf der "Streif" auf Rang sechs gefahren war, siegte in 2:00,11 Minuten vor dem favorisierten Didier Cuche aus der Schweiz (0,40 Sekunden zurück) und Andrej Jerman aus Slowenien (0,46). "Ich war bereits die ganze Woche über schnell, aber ein Sieg ist einfach traumhaft", sagte Sullivan überglücklich.

Perfekte Fahrt im Mittelteil

Mit Rang drei im Abschlusstraining hatte Sullivan, in seiner Karriere bislang nur sieben Mal in den Top Ten, bereits angedeutet, dass ihm die Piste "Verte" unweit des Mont Blanc liegt. In seinem 64. Weltcup-Rennen gelang dem Kalifornier besonders im Mittelteil der Strecke, wo exaktes Dahingleiten gefragt ist, eine perfekte Fahrt: Dort holte er den Vorsprung auf Cuche und Jerman heraus. "Ich habe immer an mich geglaubt, aber dass ich gewonnen habe, kann ich trotzdem nicht fassen", sagte Sullivan.

Eine Woche nach dem wilden Ritt auf der "Streif" in Kitzbühel ging es auf der "grünen" Piste in Chamonix eher ruhig dahin: Drei Sprünge, eine sehr enge und ein paar langgezogene Kurven waren die Kriterien der als "Autobahn" verunglimpften Strecke. Einem wie dem Deutschen Stephan Keppler liegt ein solches Gelände ganz und gar nicht. Der Ebinger belegte nur Rang 38 (2,33) und klagte: "Ich will gar nicht mehr an dieses Rennen denken". Teamkollege Johannes Stehle (Obermaiselstein) fehlte wegen einer Verletzung.

Neben ruhigem Dahingleiten durch Licht und Schatten war auch gutes Material nicht von Nachteil - neben den drei Erstplatzierten hatte es ganz offensichtlich auch Rainer Schönfelder an den Füßen. Der ausgewiesene Slalom- und Riesenslalom-Spezialist aus Österreich erreichte sensationall Rang vier (0,50) und war damit bester Läufer seiner Mannschaft, in der Michael Walchhofer (18.) und Hermann Maier (44.) schwer enttäuschten. Zudem ist Schönfelder nun Favorit für die Super-Kombination am Sonntag, wo Bode Miller (USA/diesmal 7.) und Ivica Kostelic (Kroatien/8.) die schärfsten Rivalen sein dürften.

Wichtig wird der Wettbewerb am Sonntag auch für Benjamin Raich (Österreich), der im Gesamtweltcup nun nur noch 22 Punkte vor Miller liegt. Dagegen baute Cuche durch seinen schon achten Podest-Platz in diesem Winter seine Führung im Abfahrts-Weltcup weiter aus: Er liegt mit 464 Punkten vor Miller (399) und Walchhofer (278) und dem schon die ganze Saison über konstanten Sullivan (278).

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%