Ski alpin Weltcup
Maria Riesch fährt beim Super-G als 21. hinterher

Maria Riesch ist beim Super-G in Val d'Isere nicht über Rang 21 hinausgekommen. Beim Sieg der Schweizerin Fränzi Aufdenblatten wurde Viktoria Rebensburg als Achte beste Deutsche.

Maria Riesch tippte sich frustriert an den Kopf: Ihre schon als unbezwingbar geltende Rivalin Lindsey Vonn hatte ihr mit einer ungewohnt schwachen Fahrt auf Platz drei beim Super-G in Val d'Isere ein vorweihnachtliches Geschenk gemacht, doch Riesch konnte es nicht annehmen. Genervt vom langen Warten nach Stürzen von zwei Konkurrentinnen, zeigte die beste deutsche Ski-Rennläuferin als 21. den schwächsten Super-G seit fast einem Jahr, verlor die Führung im Gesamtweltcup - und war anschließend richtig bedient.

"Das Rennen war total verkorkst. Das war nicht mein Tag", sagte die 25 Jahre alte Partenkirchnerin, die in der Gesamtwertung nun 50 Punkte hinter Vonn auf Rang zwei liegt. "Aber darauf schaue ich noch nicht so sehr. Trotzdem wäre es für mich großartig, wenn ich mit Lindsey bis zum Ende der Saison mithalten könnte und es erst bei den Weltcup-Finals in Garmisch entschieden wird", sagte Riesch, der ihre Teamkollegin Viktoria Rebensburg mit Rang acht die Show stahl.

Widrige Umstände

Riesch litt in Hochsavoyen allerdings auch unter den widrigen Umständen. Weil die vor ihr gestartete Schwedin Anja Pärson gestürzt war, musste sie ihren ersten Versuch auf der Piste "OK" abbrechen - und erneut hoch ins Starthaus. Dann kam noch die Französin Marie Marchand-Arvier zu Fall, zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu und musste lange behandelt werden. Für Riesch bedeutete dies: warten, warten, warten.

Als Riesch dann endlich ein zweites Mal auf die Strecke durfte, "war ich nicht mehr so frisch. Bei den langen Unterbrechungen fiel's mir zudem auch sehr schwer, konzentriert zu bleiben."

Einfacher war das für die Schweizerin Fränzi Aufdenblatten, die lange vor Riesch fuhr und erstmals ein Rennen im Weltcup gewann. In 1:26,43 Minuten setzte sie sich knapp vor Teamkollegin Nadia Styger (0,23 Sekunden zurück) und Vonn (0,26) durch. Rebensburg hatte beim besten Super-G ihrer noch jungen Karriere 1,10 Sekunden Rückstand.

"Ich bin total zufrieden und echt froh, dass es endlich mal gut ausgegangen ist. Dass es vor Weihnachten noch geklappt hat, macht mich umso glücklicher. Jetzt kann ich Weihnachten relaxed genießen - und danach weiter Gas geben", sagte die Junioren-Weltmeisterin. Die Oberstdorferin Gina Stechert (2,58) belegte Platz 34.

Als "Krönung" zur Dopingkontrolle

Das Leiden der jungen Riesch war mit Rennende aber noch nicht zu Ende. "Bei meinem Glück bin ich auch noch zur Dopingkontrolle ausgelost worden", sagte sie seufzend. Das zog sich, anschließend hetzte Riesch zum Genfer Flughafen, von wo aus sie ein Jet nach Baden-Baden brachte. Dort nahm die Slalom-Weltmeisterin am Abend an der Ehrung der Sportler des Jahres teil.

Ein Wiedersehen mit Vonn gibt es für sie bereits am Donnerstag, wenn die Amerikanerin zu Heiligabend ihren alljährlichen Besuch im Hause Riesch abstattet. Auch Vonn hat dann Frust zu bewältigen. Sie sei "ein schlechtes Rennen" gefahren, sagte sie, der Griff zu den längeren Männer-Skiern sei "heute die falsche Entscheidung" gewesen. Präsente will sie in Garmisch trotzdem verteilen: "Ein Geschenk für Maria habe ich schon." Und das wird Maria Riesch dann auch annehmen.

© SID

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