Ski alpin Weltcup
Miller triumphiert, Keppler jubelt über Rang acht

Bode Miller (USA) hat den zweiten Weltcup-Super-G der Saison in Gröden gewonnen. Christoph Gruber (Österreich) und John Kucera (Kanada) fuhren auf Platz zwei und drei. Bester Deutscher wurde Stephan Keppler als Achter.

Stephan Keppler stieß beide Arme in den blauen Himmel über Südtirol und schrie seine Freude ungehemmt in die kalte Luft: Der Sieg gehörte zwar Bode Miller, doch Keppler fuhr mit Rang acht beim Super-G in Gröden auf einer der schwierigsten Pisten im alpinen Ski-Zirkus zu seinem zweitbesten Karriere-Ergebnis.

"Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet", sagte Keppler über das beste Super-G-Resultat seiner Laufbahn. In Lake Louise hatte er vor drei Wochen als 27. einen Tag nach Platz acht in der Abfahrt zum ersten Mal Punkte in der zweitschnellsten Disziplin geholt. Das Ziel für sein Debüt auf der Saslong war ein Platz in den Top 30. "Dass ich schon wieder in die Top zehn gefahren bin, ist wahnsinnig", sagte der 23-Jährige, der auch von der Disqualifikation des fünftplatzierten Hermann Maier profitierte.

Keppler zauberte mit der ungünstigen Startnummer 34 bei seinem erst achten Weltcup-Super-G einen wilden, unnachahmlichen Ritt auf die anspruchsvolle Piste, auf der Max Rauffer (Leitzachtal) 2004 in der Abfahrt sensationell seinen einzigen Weltcup-Sieg feierte. "Auf einmal geht alles automatisch", sagte Keppler ungläubig über seine gute Form. Johannes Stehle (Obermaiselstein) wurde 47., Mathias Wölfl aus München schied bei seinem Weltcup-Debüt aus.

An die Ideallinie von Bode Miller kam Keppler nicht heran. Bei seinem 23. Weltcup-Triumph gelang dem US-Amerikaner eine Traumfahrt über die Ciaslat-Wiese und die berüchtigten, im Vergleich zu früheren Jahren aber etwas geglätteten Kamelbuckel. In 1:32,35 Minuten verwies Miller Christoph Gruber aus Österreich um 0,64 Sekunden auf Rang zwei. Dritter wurde der Sieger des ersten Super-G von Lake Louise, John Kucera, aus Kanada. Im Gesamt-Weltcup bleibt Aksel Lund Svindal vorne. Der Norweger wurde Sechster.

Im neunten Wettbewerb der Saison war Miller der Erste, der schon seinen zweiten Erfolg feiern durfte. Zuvor hatte es in acht Rennen acht verschiedene Sieger aus acht Nationen gegeben. "Ich habe versucht, an den schwierigen Stellen direkt zu fahren. Das ist mir gelungen", sagte er. In der Abfahrt an gleicher Stelle am Samstag sieht sich Miller nicht in der Favoritenrolle: "Das sind hier zwei Paar Schuhe."

© SID

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