Ski alpin Weltcup
Mit Maiers harter Hand in die Erfolgsspur

Der neue Alpin-Chef will das seit 37 Einzelrennen bei WM und Olympia medaillenlose Team mit harter Hand zurück in die Erfolgsspur führen: "Es gibt einen klaren Leistungsgedanken", gibt Wolfgang Maier die neue Devise aus.

Monika Bergmann-Schmuderer ist derzeit ziemlich einsam. Sie wurde für die am Samstag im finnischen Levi beginnende Weltcup-Saison aus der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV) gestrichen und trainiert nun alleine. Die 26-Jährige, über Jahre beste deutsche Slalomfahrerin, ist das erste "Opfer" von Wolfgang Maier. Der neue Alpin-Chef will das seit 37 Einzelrennen bei WM und Olympia medaillenlose Team mit harter Hand zurück in die Erfolgsspur führen.

"Es gibt einen klaren Leistungsgedanken", sagt Maier, bis zum vergangenen Winter noch Damen-Cheftrainer: "Der Skiverband ist kein Sozialverband. Ich sehe nicht länger ein, dass drei Top-Athleten 100 andere durchfüttern." Weil Bergmann-Schmuderer nicht mehr zu den Top 15 ihres Jahrgangs gehört, wird sie nicht mehr gefördert. Sie reist nun auf eigene Faust und Kosten in die Weltcup-Orte.

Maier betont zwar, dass "Monika die Möglichkeit zur Rückkehr hat", sollte sie durch Leistung überzeugen. Doch an seinen strengen Vorgaben wird er nichts ändern. "Es gibt da noch einige unpopuläre Maßnahmen zu treffen", sagt er. Das Ziel ist klar: Spätestens ab 2009 sollen die einst erfolgsverwöhnten Damen bei Großereignissen Edelmetall einfahren, 2010 erwartet Maier von den Herren Plaketten.

Auf dem Weg dorthin befänden sich die Alpinen aktuell "in der Pubertät, das heißt, wir entwickeln uns weiter", sagt Maier, der seine Schützlinge zu den "schwer erziehbaren Kindern in der Familie DSV" zählt. Langfristig will er aus den Sorgenkindern Musterschüler machen, auch wenn kurzfristig kaum ganz große Erfolge zu erwarten sind. Bei der WM im schwedischen Are (3. bis 18. Februar 2007) soll das junge Team "zeigen, dass wir Anschluss an die Weltspitze haben und in die Top fünf fahren." Von Medaillen will Maier nicht sprechen. Die Hauptlast liegt bei Maria Riesch. Die Garmischerin sucht zwar nach ihrem zweiten Kreuzbandriss den Anschluss, gilt aber als potenzielle Siegfahrerin. Drei Weltcups hat sie schon gewonnen, für Maier gehört Riesch "zur absoluten Spitze". Mathias Berthold, der neue Damen-Chefcoach, sieht hinter Riesch ein homogenes Team, das auch nach den Rücktritten von Hilde Gerg und Martina Ertl-Renz "so manches bewegen kann. Den Jungen traue ich einiges zu."

Bei den Herren zeigen laut Cheftrainer Werner Margreiter "gute Fahrer in den Jahrgängen ab 1989, dass es mit der Monopolstellung von Felix Neureuther bald vorbei ist." Im kommenden Winter ruhen die Hoffnungen indes weiter auf dem 22 Jahre alten Draufgänger (Margreiter: "Er ist nicht aufzuhalten") sowie Routinier Alois Vogl. "Den Rest wollen wir für die WM 2011 in Garmisch aufbauen, obwohl wir vielleicht sogar noch länger warten müssen", sagt Margreiter.

© SID

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