Ski alpin Weltcup
Neureuther schafft Sprung aufs Podest

Beim Weltcup-Slalom im italienischen Alta Badia hat Felix Neureuther die erste Podestplatzierung des Skiwinters geschafft. Der 23-Jährige musste sich als Zweiter lediglich Jean-Baptiste Grange geschlagen geben.

Felix Neureuther hat beim Weltcup-Slalom in Alta Badia den dritten Podiumsplatz seiner Karriere und den ersten des alpinen Skiwinters perfekt gemacht. Der 23-Jährige musste sich in Italien lediglich dem Franzosen Jean-Baptiste Grange geschlagen geben, der beim ersten Weltcupsieg seiner Laufbahn nach zwei Durchgängen in 1:36,12 Minuten 74 Hundertstelsekunden vor dem Partenkirchener (1:36,86) lag. Dritter wurde Kombinations-Olympiasieger Ted Ligety (1:37,52) aus den USA. "Heute fällt ein Riesenbrocken von mir ab", sagte Neureuther nach diesem Erfolg, "ich fühle mich befreit."

Für die gebeutelten Alpinen des Deutschen Skiverbandes (DSV) ist der zweite Platz von Neureuther ein Segen. Der Sohn von "Gold-Rosi" Mittermaier und Christian Neureuther muss das kleine Männer-Team praktisch im Alleingang nach vorne bringen. "Der Druck war schon riesig", bekannte Neureuther, "jeder fragt schon, wann es mit den deutschen Männern mal vorwärts geht. Aber heute habe ich gezeigt, dass ich diesem Druck standhalte. Ich hoffe, dass es jetzt weiter vorwärts geht. So ein Resultat haben wir gebraucht."

Wie beim ersten zweiten Rang im Februar diesen Jahres beim Heimrennen in Garmisch gelangen Neureuther auch in Alta Badia zwei fast perfekte Fahrten. Auf der ruppigen und anspruchsvollen Piste Gran Risa setzte er nach Rang fünf im ersten Lauf mit seiner Fahrt im Finale die vor ihm liegende Konkurrenz derart unter Druck, dass alleine Jean-Baptiste Grange die Nerven behielt.

"Runtergefahren wie ein Routinier"

"Jean-Baptiste Grange war heute fast unschlagbar", erkannte Neureuther, der aber seinerseits auch 0,76 Sekunden Vorsprung auf den drittplatzierten Ligety hatte. "Er ist da heute runtergefahren wie ein Routinier", lobte DSV-Slalom-Trainer Mario Weinhandl den besten deutschen Ski-Rennläufer, der zum achten Mal unter die ersten Zehn und zum dritten Mal auf das "Stockerl" fuhr. "Da gehört er eigentlich viel öfter hin", betonte Weinhandl.

"Ich weiß, dass ich im Slalom vorne hingehöre", gibt auch Neureuther gerne zu, nach einem schwierigen Saisonstart glaubt er nun, "dass der Knoten bei mir geplatzt ist". In den ersten beiden Slaloms dieses Winters war er jeweils auf Rang elf gelandet - nach eher vorsichtigen Fahrten: "Da bin ich auf Ankommen gefahren, weil ich Sicherheit gewinnen wollte", erklärte Neureuther, der sich vor der Saison an der Schulter verletzt hatte und im vergangenen Monat von einer Virusinfektion geschwächt worden war.

In Alta Badia, wo er im Riesenslalom tags zuvor als 36. den zweiten Lauf verpasst hatte, beschlich dann nicht nur Neureuther das Gefühl, "dass ich die Sicherheit jetzt habe". Auch für seinen Trainer war klar, dass ein Spitzenergebnis überfällig war: "Ganz tief drin habe ich gespürt, dass er heute fällig war, ich wusste, er hat es drauf", sagte Weinhandl, der seit Saisonbeginn die Entwicklung von Neureuther vorantreiben soll.

Alois Vogl ohne Weltcup-Punkte

Ohne Weltcup-Punkte bleibt unterdessen Alois Vogl. Der 35 Jahre alte Routinier schied im dritten Slalom des Winters bereits zum dritten Mal aus. "Das Ziel war, ins Ziel zu kommen", erklärte er, doch während seiner Fahrt ließ er jegliche Vorsicht fahren und wurde übermütig: "Ich habe mich gut gefühlt, und da dachte ich, ich kann ein bisschen Gas geben. Und schon ist es passiert."

Vogl hatte zu Beginn der Saison Probleme, weil er sich erst nicht auf einen neuen Ski-Schuh festlegen konnte. Nun hat er einen passenden gefunden, gerät jedoch zunehmend unter Erfolgsdruck. In Alta Badia startete er schon mit der Nummer 30, mit jedem Ausfall droht er die noch halbwegs günstige Ausgangsposition zu verspielen. Gut, dass wenigstens Neureuther die Nerven behält.

© SID

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