Ski alpin Weltcup
Österreicher siegen bei Abfahrt in Val d´Isere

Jubel im Lager des österreichischen Ski-Verbandes: Bei der Weltcup-Abfahrt der Herren in Val d´Isere konnten sich die Österreicher über einen Dreifach-Erfolg freuen. Den Sieg sicherte sich Michael Walchhofer.

Das Sieger-Podest zum Abfahrtslauf in Val d´Isere war fest in österreichischer Hand: Abfahrtsweltcup-Sieger Michael Walchhofer gewann in 2:00,15 Minuten überlegen vor Fritz Strobl. Der Olympiasieger, der die erste Saisonabfahrt im kanadischen Lake Louise gewonnen hatte, lag bereits 0,52 Sekunden zurück. Mit einem Rückstand von 0,95 Sekunden auf Walchhofer belegte Johann Grugger den dritten Rang und machte den Dreifachsieg für Österreich perfekt. Titelverteidiger Bode Miller (USA) übernahm durch seinen siebten Rang die Führung im Gesamtweltcup.

Walchhofer: "Rennen war nahe an der Perfektion"

"Es war unglaublich, das Rennen war nahe an der Perfektion", bekannte der schlaksige Walchhofer nach seiner Machtdemonstration. Bei wolkenlosem Himmel über dem WM-Ort von 2009 kam der amtierende Abfahrtsweltcup-Sieger auf 2:00,15 Minuten und landete damit relativ deutlich vor Fritz Strobl. Der drittplatzierte Grugger, dem derweil schon fast eine Sekunde zum Sieg fehlte, stellte verdutzt fest: "Das ist unglaublich. Ich weiß nicht, wo ich die Zeit verloren habe."

Während sich die zwei deutschen Teilnehmer Johannes Stehle (Obermaiselstein) und Stephan Keppler (Ebingen) auf den Rängen 54 und 55 im Rahmen ihrer Möglichkeiten bewegten, schöpfte Walchhofer erstmals in der Olympia-Saison sein Potenzial aus. Bei den Rennen in Nordamerika blieb er hinter seinen Erwartungen zurück, mehr als Rang sieben bei der Abfahrt in Lake Louise brachte er nicht zuwege. "Ich stand unter Druck, deswegen ist der Sieg emotional sehr wichtig. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen", gab der Weltmeister von 2003 zu.

Deutsche Läufer zahlen Lehrgeld

Auf der traditionsreichen Piste "Oreiller-Killy" ("OK"), die nicht zu den anspruchsvollsten Strecken gehört, aber jeden noch so kleinen Fehler bestraft, zahlten die deutschen Läufer wie erwartet Lehrgeld. Bei Johannes Stehle summierten sich die Patzer auf einen Zeitrückstand von 4,29 Sekunden (Rang 54), bei Teamkollege Stephan Keppler wurden es 4,55 (Rang 55). "Für die Zwei ist es nur Training, ich schaue nicht auf die Ergebnisse", betonte Cheftrainer Werner Margreiter gelassen.

Stehle und Keppler sind 24 sowie 22 Jahre alt - Margreiter, einst Architekt der österreichischen Männer-Mannschaft, will seine Läufer deshalb behutsam aufbauen und Erfahrungen sammeln lassen. In der Abfahrt, das weiß der Österreicher, zählt vor allem die Routine. Walchhofer ist ein Beweis dafür: Aufs Siegerpodest fuhr er erstmals vor vier Jahren in Val d´Isere, sein erstes Weltcup-Rennen gewann er nach einigen zweiten und dritten Plätzen erst vor zwei Jahren - als 28-Jähriger.

© SID

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