Ski alpin Weltcup
Osborne-Paradis gewinnt Abfahrt in Gröden

Manuel Osborne-Paradis hat seinen zweiten Weltcup-Erfolg des Olympia-Winters gefeiert. Der 25-jährige Kanadier raste bei der Abfahrt im Grödnertal ganz oben aufs Podest.

Die kanadischen Ski-Rennläufer schwanken sieben Wochen vor "ihren" Olympischen Spielen weiter zwischen Triumph und Tragik. Nachdem Team Canada im Laufe der Woche gleich vier weitere Athleten wegen Kreuzbandrissen für Vancouver verlor, sorgte Manuel Osborne-Paradis erneut für einen Lichtblick. Der 25-Jährige aus dem Ort Invermere im Norden der Olympiastadt gewann die Weltcup-Abfahrt auf der traditionsreichen "Saslong" im Grödnertal und stellte mit seinem zweiten Sieg in dieser Saison unter Beweis, dass wenigstens mit ihm beim Kampf um die Medaillen noch zu rechnen sein wird.

"Es ist echt unglaublich. Ich dachte nicht, dass meine Zeit überhaupt für das Podium reicht", sagte Osborne-Paradis, der schon mit Startnummer neun ins Rennen gegangen war. Die Sorge des "Canadian Cowboy" war begründet: Läufer mit einer hohen Startnummer sind auf der "Saslong" oft begünstigt. Doch seine Zeit von 2:01,27 Minuten hielt allen Angriffen stand. Zweiter wurde der Österreicher Mario Scheiber (0,13 Sekunden zurück), Dritte zeitgleich Ambrosi Hoffmann aus der Schweiz und der Franzose Johan Clarey (0,25). Der Sieg von Osborne-Paradis war der 31. für die Männer mit dem Ahornblatt, die damit Deutschland (30) überholten.

Enttäuschendes Ergebnis für den DSV

Der bislang letzte deutsche Abfahrtssieg war vor fünf Jahren in Gröden sensationell dem mittlerweile zurückgetretenen Max Rauffer gelungen, ein Nachfolger ist längst nicht in Sicht. Bester Deutscher war diesmal Stephan Keppler (Ebingen) auf Rang 38 (2,62). "Ich weiß nicht, was los ist", klagte der 26-Jährige, der vor drei Jahren immerhin schon mal Achter in Gröden war. Teamkollege Hannes Wagner (Hindelang) belegte Rang 43 (3,16) und beteuerte hernach: "Ich habe versucht, brutal anzugreifen." Andreas Strodl (Partenkirchen) wurde 48. (3,93) und versicherte: "Ich habe alles gegeben."

Osborne-Paradis hatte sein erstes Saisonrennen drei Wochen zuvor im kanadischen Lake Louise gewonnen. Sein Erfolg wurde damals überschattet vom Sturz seines Mannschaftskollegen John Kucera: Der Abfahrtsweltmeister erlitt einen Unterschenkelbruch und musste die Teilnahme an Olympia absagen. Gleiches gilt für Jean-Philippe Roy, Kelly Vanderbeek, Larisa Yurkiw und Francois Bourque, die sich in der vergangenen Woche allesamt Kreuzbandrisse zugezogen hatten. In Robbie Dixon (6.) und Erik Guay (11.) sind Osborne-Paradis derzeit noch zwei aussichtsreiche Teamkollegen geblieben.

"Müssen dringend eine Lösung finden"

Osborne-Paradis konnte denn auch nicht anders, als auf die akute Häufung von schweren Verletzungen im alpinen Ski-Rennsport hinzuweisen. "Wir müssen jetzt dringend eine Lösung finden, damit der Sport sicherer wird. Es ist schwierig für uns im Moment. Alles ändert sich, die Skier, die Pisten, und so weiter, nur die Knie, die bleiben gleich", sagte der 25-Jährige. Am Mittwoch hatten sich die Athletenvertreter getroffen und eigene Vorschläge vorgelegt. Der Internationale Ski-Verband (FIS) will sie ernsthaft prüfen - doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Die deutschen Männer hatte es ebenfalls am vergangenen Mittwoch erwischt: Tobias Stechert (Oberstdorf) zog sich - ohne Sturz - bei der Landung nach einem Sprung auf der "Saslong" einen Kreuzbandriss zu. Seine Teamkollegen fuhren wie schon im Super-G am Freitag, als Andreas Strodl auf Rang 29 ihr bester war, weit an den Minimalzielen vorbei. Chefcoach Karlheinz Waibel hatte deshalb am Vortag mangelnde skifahrerische Klasse und Einstellung beklagt: "Ich muss sie nochmal fragen, ob sie Rennfahrer sein wollen." Geholfen hat es nichts.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%