Ski alpin Weltcup
Rahlves rast in Bormio zum Sieg

US-Abfahrer Daron Rahlves hat die Weltcup-Abfahrt in Bormio vor dem österreichischen Olympiasieger Fritz Strobl gewonnen. Die anspruchsvolle Strecke und schwierige Witterungsverhältnisse verursachten viele Stürze.

Alleingang auf´s Treppchen: Der favorisierte US-Amerikaner Daron Rahlves hat die von schweren Stürzen überschattete Weltcup-Abfahrt im italienischen Bormio gewonnen. "Ich bin hierher gekommen, um zu gewinnen. Jetzt habe ich die Hälfte meines Grand Slams", sagte der 32-Jährige. Nach Siegen in Beaver Creek und Bormio fehlt ihm zu seinem großen Wurf in diesem Winter noch ein Triumph in Kitzbühel und Gold bei Olympia.

Rahlves zeigte sich von den schwierigen Bedingungen und zahlreichen Stürzen unbeeindruckt und siegte auf jener Strecke, auf der er bei der WM-Abfahrt im Februar hinter Landsmann Bode Miller Rang zwei belegt hatte, mit deutlichem Vorsprung. Fritz Strobl aus Österreich (1:58,00) lag 0,32 Sekunden zurück, überraschend und nach einem Sturz kurz vor dem Ziel buchstäblich auf Rang drei rutschte Tobias Grünenfelder aus der Schweiz (1:58,03). "Ich habe von den Stürzen nichts mitbekommen, ich habe ein Nickerchen gemacht", behauptete Rahlves nach seinem zweiten Saisonsieg, mit dem er auch die Führung im Gesamtweltcup vor Miller übernahm.

Schwere Stürze überschatten Rahlves-Sieg

Überschattet wurde das Rennen auf der extrem anspruchsvollen "Stelvio" gleich von mehreren schweren Stürzen. Bereits vor dem offiziellen Start flog der italienische Vorläufer Michael Gufler Hals über Kopf in die Fangnetze am Streckenrand und musste mit gebrochener Schulter abtransportiert werden. Vorjahressieger und Mitfavorit Hans Grugger riss es bei hohem Tempo die Skier auseinander, mit Schmerzensschreien lag der Österreicher danach im Schnee. Die erste Diagnose: Verdacht auf Oberschenkelhalsbruch.

"Die Piste ist schnell, glatt und unruhig, dazu kommt der Wechsel zwischen Licht und Schatten", erklärte der fünftplatzierte Liechtensteiner Marco Büchel (1:58,19) die Tücken des Rennens. Der vor ihm platzierte Mitfavorit Michael Walchhofer (1:58,04) stimmte zu: "Das ist schwer zu fahren, man muss ständig auf der Hut sein." Zu gefährlich sei die Strecke aber nicht, betonte der Österreicher: "Ich war froh, als ich im Ziel war, aber so eine extreme Herausforderung macht ja auch Spaß."

Die überaus schwierig zu fahrende und außerdem knapp 3,7 Kilometer lange "Stelvio" verlangte den Läufern alles ab. Auch die Top-Fahrer ruderten teils wild mit den Armen und hatten Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Grünenfelder gelang dies nur bis kurz vor dem Ziel. Beim letzten Sprung stürzte er, rutschte rückwärts auf dem Hosenboden über die Ziellinie - und kam am Ende trotzdem noch aufs "Stockerl". Bei der Siegerehrung aber fehlte er, mit Verdacht auf eine Innenbandverletzung war er auf dem Weg ins Krankenhaus.

© SID

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