Ski alpin Weltcup
Raich in Adelboden nicht zu schlagen

Benjamin Raich hat den Riesenslalom in Adelboden in souveräner Manier gewonnen. Der Österreicher verwies bei der Olympia-Generalprobe den Schweden Fredrik Nyberg sowie Stephan Görgl und Kalle Palander auf die Plätze.

Der Österreicher Benjamin Raich hat beim letzten Weltcup-Riesenslalom vor den Olympischen Spielen (10. bis 26. Februar) in Adelboden/Schweiz seinen zweiten Saisonsieg gefeiert und sich mit Nachdruck für die Rolle eines Gold-Favoriten empfohlen. Der 27-Jährige, der bereits den Riesentorlauf von Kranjska Gora gewonnen hatte, verwies auf dem legendären "Kuonisbärgli" in einer Gesamtzeit von 2:23,25 Minuten den Schweden Fredrik Nyberg (2:23,74) auf Platz zwei. Den dritten Rang teilten sich Stephan Görgl aus Österreich und der Finne Kalle Palander (je 2:24,47).

Ertl landet auf Rang 42

Unterdessen sind die deutschen Herren noch immer ohne einen Olympia-Starter. Andreas Ertl, durch die kurzfristige Absage des an der Hand verletzten Felix Neureuther (Partenkirchen) "nur zufällig" am Start, verpasste als 42. das Finale um eineinhalb Sekunden und hofft nun auf die Super-Kombination (1 Abfahrtslauf, 1 Slalomlauf) in einer Woche in Wengen sowie die Super-G-Rennen in Kitzbühel und Garmisch, um die zwei für Olympia benötigten Top-15-Platzierungen zu erreichen. "Das sind meine Chancen", sagte der Lenggrieser.

Raich zeigte sich nach dem Erfolg selbstbewusst und bezeichnete sich für Turin selbst als Sieganwärter. "Ich bin gut in Form´, betonte der Alles-Könner aus dem Pitztal, für Olympia gelte daher: "Wenn man wie ich immer vorne dabei ist, sollte man auch Mitfavorit sein."

Argumente kann Raich genug vortragen. Nach seinem Sieg kurz vor Weihnachten in Kranjska Gora/Slowenien ist er der einzige Läufer mit zwei Riesenslalom-Erfolgen in diesem Winter. Wie schon in den Jahren zuvor zeigt außerdem seine Formkurve rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt hin geradewegs nach oben: Im Februar 2005 etwa gewann er bei der WM in Bormio zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze und drängte mit dieser Ausbeute selbst die Superstars wie Bode Miller (USA) und Hermann Maier (Österreich) aus dem Rampenlicht.

"Ich habe heute wirklich zwei gute Läufe gehabt"

Eine Empfehlung erster Qualität ist nicht zuletzt der Sieg auf dem extrem anspruchsvollen und diesmal noch mit zwei Mill. Liter Wasser vereisten "Kuonisbärgli". "Das ist wohl der schwerste Hang im Weltcup", erklärte Raich und lobte sich ausnahmsweise einmal selbst: "Ich habe heute wirklich zwei gute Läufe gehabt."

Nicht einmal ein "Steher" an der Einfahrt zum extrem steilen Zielhang im zweiten Lauf brachte Raich aus der Ruhe. "Ich habe zum Glück nicht viel Zeit gehabt, um zu überlegen. Ich habe nur gewusst, ich muss weiterkämpfen", sagte der Tagessieger, der gleich mehrfach Grund zur Zufriedenheit hatte: Durch seinen zweiten Saisonsieg zog der Vorjahreszweite im Gesamtweltcup an den zwei Amerikanern Daron Rahlves und Bode Miller vorbei, im Riesenslalom-Weltcup übernahm er die Führung von Massimiliano Blardone (Italien).

Zumindest in den Kreis der Medaillenfavoriten fuhr sich in Adelboden auch der zweitplatzierte Fredrik Nyberg. Der Schwede ist mit bald 37 Jahren zudem der älteste alpine Rennläufer, der jemals das "Stockerl" bei einem Weltcup-Wettbewerb erklomm. "Wenn man sich gut fühlt, sind die Jahre kein Problem", sagte der Skandinavier, der sein Weltcup-Debüt im Dezember 1988 gegeben hatte. Sieben Siege hat er seitdem errungen, den letzten im Dezember 2001 in Kranjska Gora. Im Riesenslalom-Weltcup ist er immerhin schon Dritter.

© SID

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