Ski alpin Weltcup
Riesch greift nach Super-G-Trophäe

Wenn sich ab heute der Ski-Winter mit dem Weltcup-Finale dem Ende neigt, will Maria Riesch noch einmal angreifen. Bormio ist für sie eine "Zugabe" nach einer tollen Saison.

Maria Riesch will sich mit einer Weltcup-Trophäe nicht zufrieden geben. Wenn sich der Ski-Winter ab heute mit dem Weltcup-Finale dem Ende neigt, soll noch eine zweite hinzu kommen. "Dass ich die kleine Kristallkugel in der Kombination mit dem letzten Rennen gewinnen konnte, macht es mir beim Saisonfinale sicherlich leichter", glaubt die 23 Jahre alte Partenkirchenerin.

Im italienischen Bormio greift die beste deutsche Ski-Rennläuferin noch nach der Weltcup-Kugel im Super-G - und wenn ihr bis einschließlich Samstag alles gelingt, der Konkurrenz dagegen nicht mehr allzu viel, ist sogar noch die große Kristallkugel drin.

"Ich kann jetzt lockerer fahren, alles, was in Bormio noch kommt, ist Zugabe", behauptet Riesch, die mit der kleinen Kombi-Kugel die erste Kristall-Trophäe für die deutschen Ski-Rennläufer seit dem Sieg von Hilde Gerg 2002 im Super-G-Weltcup gewonnen hat.

Riesch glaubt nicht mehr an Gesamtweltcup-Sieg

An den Sieg im Gesamtweltcup mag Maria Riesch aber nicht mehr glauben. Ihre Freundin Lindsey Vonn (USA), die mit 157 Punkten weit vor ihr liegt, hat die Partenkirchenerin am vergangenen Wochenende schon mal vorab und mit einem Blick für die Realität zur Gesamtsiegerin erklärt. "Ich will mir den zweiten Platz in der Gesamtwertung sichern", sagt Maria Riesch. Dritte war sie schon mal, 2004.

Zwei große und neun kleine Kristallkugeln werden im Rahmen des Finales vergeben. Neben Maria Riesch (Kombination) stehen vier weitere Disziplin-Gewinner bereits fest: Lindsey Vonn (USA/Abfahrt), Denise Karbon (Italien/Riesenslalom), Bode Miller (USA/Kombination) und Didier Cuche (Schweiz/Abfahrt).

Vonn ist Favoritin auf die große Kugel, Maria Riesch hat beste Chancen auf eine zweite kleine im Super-G: In der Gesamtwertung dieser Disziplin geht sie mit durchaus beruhigenden 53 Punkten Vorsprung auf Elisabeth Görgl aus Österreich in das letzte Rennen. "Sie hat eine gute Ausgangsposition", bekräftigt Cheftrainer Mathias Berthold.

Je ein Rennen pro Disziplin

Mit Ausnahme der Super-Kombination der Männer-Abfahrt und der Frauen-Abfahrt, die am Dienstag und Mittwoch wegen schlechter Pistenverhältnisse abgesagt wurden, wird beim Finale noch je ein Rennen pro Disziplin ausgetragen, darüber hinaus heute der Mannschaftswettbewerb, der jedoch lediglich zum Nationen-Cup zählt. In den Abschluss-Rennen erhalten nur noch die Läufer auf den Rängen eins (100) bis 15 (16) Weltcup-Punkte.

In jeder Disziplin dürfen die jeweils 25 Erstplatzierten der aktuellen Weltcup-Wertungen starten, dazu kommen Läufer mit 400 oder mehr Punkten im Weltcup sowie die Titelträger der vor eineinhalb Wochen beendeten Junioren-Weltmeisterschaften. Was dazu führt, dass Felix Neureuther (Partenkirchen) nicht der einzige deutsche Mann in Bormio ist.

Den zweiten Platz in der deutschen Mini-Männer-Mannschaft beim Finale nimmt Andreas Sander (Ennepetal) ein. Der "Flachlandtiroler" gewann bei der Junioren-WM sensationell Gold im Super-G und ist damit in dieser Disziplin auch in Bormio dabei. "Andreas soll beim Finale vor allem Erfahrungen sammeln. Wir erwarten keine Wunderdinge", sagt Cheftrainer Christian Scholz.

Rebensburg mit Zusatz-Startplatz

Einen zusätzlichen Startplatz sicherte sich über die Junioren-WM auch Viktoria Rebensburg (Kreuth): Sie holte Gold im Super-G und bestreitet im WM-Ort von 1995 und 2005 deshalb neben dem Riesenslalom noch ein zweites Rennen.

Neureuther wiederum könnte in Bormio das Kunststück schaffen, auch den letzten Slalom der Saison ohne Ausfall zu beenden. Bei einer Platzierung unter den ersten sieben würde er die Saison zudem mit 400 Weltcuppunkten beenden und sich für den kommenden Winter bessere Startplätze im Riesenslalom sichern. Bislang darf er erst fahren, wenn sich auch die Exoten auf den Start vorbereiten.

"Der Hang liegt mir", sagt Neureuther über die Piste Stelvio, wo er mit fünf Kollegen 2005 die WM-Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb gewann. Sein großes Ziel: "Es wäre toll, die Saison mit einem Stockerlplatz zu beenden."

© SID

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