Ski alpin Weltcup
Riesch muss nur Vonn den Vortritt lassen

Das Dauer-Duell zwischen Lyndsey Vonn und dem deutschen Ski-Ass Maria Riesch hat die US-Amerikanerin bei der Super-Kombination in Val d'Isere für sich entschieden.

Maria Riesch wusste nicht so recht, ob sie lachen oder weinen sollte. Beim Weltcup im französischen Val d'Isere fuhr die beste deutsche Ski-Rennläuferin auf den zweiten Rang in der Super-Kombination - und wirkte dennoch ein wenig ernüchtert. "Die Lindsey fährt in einer anderen Liga", sagte sie über ihre Freundin und Dauerrivalen Lindsey Vonn, die in überragender Manier zu ihrem dritten Sieg im Olympia-Winter raste - auf Männer-Skiern.

Nach der Abfahrt lag die Konkurrenz schon aussichtlos hinter Vonn zurück, Maria Riesch kam im abschließenden Slalom nur noch bis auf 1,16 Sekunden an die US-Dominatorin heran. Elisabeth Görgl aus Österreich belegte Rang drei (1,39 Sekunden zurück). Für eine große Überraschung sorgte Isabelle Stiepel. Das Talent aus Mittenwald fuhr auf Rang zwölf und erfüllte damit die Olympia-Norm zur Hälfte. "Das ist Wahnsinn, das ist unglaublich", sagte die 19-Jährige.

"Ich habe alles gegeben"

Lindsey Vonn hatte die erste von drei Super-Kombinationen des Winters praktisch schon nach der Abfahrt gewonnen: Gewaltige 1,52 Sekunden Vorsprung fuhr sie am Vormittag auf Maria Riesch heraus. "Ich habe alles gegeben", versicherte die 25-Jährige, wirkte aber dennoch ein wenig geknickt. "Es ist schon ärgerlich, wenn man eine Konkurrentin hat, die einem gar keine Chance lässt. Das ist ein hartes Los."

Psychologisch ist Lindsey Vonn ohnehin im Vorteil: Seit Beginn der Saison fährt sie auf eigens für sie "umgebauten" Männer-Skiern. "Ich hatte Raketen unter den Füßen", sagte die Amerikanerin, die seit der Olympiasaison bei derselben Hersteller-Firma unter Vertrag steht wie ihre deutsche Freundin. 2,15m sind ihre Abfahrts-Bretter lang, 2,10m jene von Maria Riesch.

Riesch sind längere Skier "zu gefährlich"

Die längeren Skier von Lindesey Vonn sind schneller, sie erfordern allerdings auch mehr Kraftaufwand beim Steuern. Längere Skier heißt aber auch: größeres Risiko. "Mir ist das zu gefährlich", sagt Maria Riesch, und meint das in doppelter Hinsicht: "Ich will mich da in der Olympiasaison jetzt nicht verzetteln." Und außerdem hätte "die Lindsey auch mit Damen-Skiern gewonnen".

Bei diffusem Licht auf der Piste "O.K.", auf der bei der WM im vergangenen Februar nicht gefahren wurde, riskierte Maria Riesch wie so häufig bei ähnlichen Bedingungen erneut nicht alles, im Gegensatz zur draufgängerischen Amerikanerin. "Die Lindsey war halt auch noch nie schwer verletzt, die kann mit vollem Zug am Limit fahren", sagte Riesch, die zwei Kreuzbandrisse hinter sich hat.

Vonn und Riesch im Weltcup gleichauf

Gleichauf waren Maria Riesch und Vonn am Freitag nur im Gesamtweltcup, beide haben nun 521 Punkten gesammelt. Sonst aber trennten sie Welten. Die Amerikanerin hat im Olympiawinter bereits dreimal gewonnen, in Val d'Isere wird in der Abfahrt (Samstag) oder im Super-G (Sonntag) wohl noch mindestens ein Triumph hinzukommen. Maria Riesch (ein Saisonsieg) stand allerdings auch schon zum fünften Mal im zehnten Rennen auf dem Siegertreppchen.

© SID

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