Ski alpin Weltcup: Riesch muss Vonn erneut den Vortritt lassen

Ski alpin Weltcup
Riesch muss Vonn erneut den Vortritt lassen

Das Rennen um den Gesamtweltcup scheint entschieden: Zwar überzeugte Maria Riesch beim Super-G in Garmisch-Partenkirchen mit Rang fünf. Der Sieg ging aber erneut an Lindsey Vonn.

Maria Riesch ist nach einem Zwischentief rechtzeitig vor Beginn der Weltmeisterschaften wieder in Schwung gekommen. Bei der Generalprobe in Garmisch-Partenkirchen legte die beste deutsche Ski-Rennläuferin nach Rang zwei im Slalom mit Rang fünf im Super-G nach und bestätigte damit ihre Rolle als große Favoritin auf mehrere Medaillen bei den Titelkämpfen in Val d'Isere (3. bis 15. Februar).

"Ich fahre mit einem guten Gefühl zur WM. Jetzt kann die WM kommen", sagte Riesch, die nach Meinung von Sportdirektor Wolfgang Maier gleich in vier Wettbewerben die Chance hat, auf das "Stockerl" zu fahren. Die erste Gelegenheit ergibt sich bereits am Dienstag im Super-G, und nach dem fünften Rang auf der heimischen Kandahar gab sich die 24-Jährige auch optimistisch: "Durch dieses Ergebnis wird die Sicherheit zurückkommen."

Zwei Schwedinnen auf dem Podest

Im Super-G war Maria Riesch im vergangenen Winter die Beste, gewann den Disziplin-Weltcup. In diesem Winter aber war bislang der Wurm drin: ein 24. Platz, zwei Ausfälle - das machte sich auch auf dem um einen Tag verschobenen Rennen auf der sehr eisigen Kandahar bemerkbar. "Die Sicherheit und das hundertprozentige Vertrauen haben gefehlt", sagte sie nach ihrer Fahrt, mit der sie das Siegertreppchen lediglich um 0,08 Sekunden verpasste.

"Es hat nicht hundertprozentig gepasst", meinte Riesch, "Lindsey hat gezeigt, wie es besser geht." Besagte Lindsey Vonn gewann nach dem Slalom am Freitag auch den Super-G und stieg damit endgültig zur großen Goldfavoritin für den WM-Auftakt auf. In 1:22, 16 Minuten lag sie klar vor den beiden Schwedinnen Anja Pärson (0,39 Sekunden zurück) und Jessica Lindell-Vikarby (0,72). Für eine Überraschung sorgte Viktoria Rebensburg (Kreuth), die als Zehnte ihr bestes Weltcup-Ergebnis im Super-G erzielte und sich nachdrücklich für einen WM-Einsatz in dieser Disziplin empfahl.

Riesch: "Die Beste soll gewinnen"

Die ehrgeizige Maria Riesch war zunächst "verärgert", dass sie das "Stockerl" so knapp verpasst hatte. "Ich hätte gerne mehr daraus gemacht", sagte sie. Insgesamt aber bilanzierte sie "ein sehr gutes Wochenende für mich, wenn auch nicht so gut wie das für Lindsey". Titelverteidigerin Vonn baute durch ihre Saisonsiege vier und fünf ihre Führung im Gesamtweltcup auf 179 Punkte vor Riesch aus. "Sie wird wieder Gesamtweltcupsiegerin. So soll es auch sein. Die Beste soll gewinnen", sagte Riesch anerkennend.

Wegen des anhaltenden Nebels am Samstag war die Abfahrt der Männer auf der Kanadahar so lange verschoben worden, dass für den auf der benachbarten Strecke vorgesehenen Super-G keine Startzeit blieb. Dass das Rennen dann am Sonntag nachgeholt wurde, passte dem deutschen Cheftrainer überhaupt nicht: "Für die Athletinnen ist das Kacke, weil wir zwei Tage später ein WM-Rennen haben", erboste sich Mathias Berthold. Zumal, wie er versicherte, "das Frauen-Rennen am Samstag jederzeit möglich gewesen wäre".

So packten Maria Riesch und der Rest der deutschen Mannschaft am Sonntag nach dem Rennen ihre Autos und machten sich auf den rund 800 Kilometer langen Weg Richtung Val d'Isere, wohin es zunächst am Sonntag mit dem Flugzeug hätte gehen sollen. "Sowas ist ganz normal für uns", behauptete Sportdirektor Maier gelassen. Bereits am Montag wird Maria Riesch erstmals auf jenem Hang probefahren dürfen, auf dem sie am Dienstag (13.00 Uhr) nach der ersten WM-Medaille greift.

© SID

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