Ski alpin Weltcup
Riesch nach fulminanter Aufholjagd auf Platz zwei

Maria Riesch hat nach einer furiosen Aufholjagd im zweiten Durchgang beim Slalom-Weltcup in Semmering den zweiten Platz belegt. Nur Marlies Schild aus Österreich war schneller.

Sie ballte die Fäuste und schrie sich den Frust von der Seele: Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch hat nach einem verhexten ersten Lauf beim Weltcup-Slalom in Semmering durch einen magischen zweiten Durchgang noch Platz zwei belegt - und dem Zauberberg erneut alle Ehre gemacht. "Ich wusste, ich muss alles riskieren, aber ich bin trotzdem überrascht, dass es so weit vorne gereicht hat", sagte die 26-Jährige, die nach einem groben Fehler als 17. in den zweiten Durchgang gestartet war. Ihr kurzzeitiges Tief scheint nach den beiden zweiten Plätzen von Semmering endgültig überwunden.

"Ich bin momentan gut drauf im Slalom, das weiß ich", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres, die am Vortag bereits im Riesenslalom auf den zweiten Platz gefahren war. Der Fehler kurz vor der Ziellinie des ersten Laufes hatte Riesch beim Ausscheiden von Konkurrentin Lindsey Vonn besonders gewurmt: "Das war hart, kurz vor der Ziellinie stand ich auf einmal, und man hat nicht so viele Möglichkeiten, Rennen zu gewinnen", sagte die Partenkirchnerin. Zumindest fast zum Sieg reichte es nach dem erhofften "Zauberlauf" im zweiten Durchgang, in dem Riesch fast eine Sekunde schneller war als die Konkurrenz.



Nur Marlies Schild war schneller

Platz zwei vor Christina Geiger (Oberstdorf) sicherte Riesch am Ende auch 121 Punkte Vorsprung auf Vonn in der Gesamtweltcup-Wertung. Den Vortritt musste das deutsche Duo nur der Österreicherin Marlies Schild lassen. Die überragende Slalom-Fahrerin dieser Saison fuhr mit 0,32 Sekunden Vorsprung zu ihrem dritten Sieg im vierten Weltcup-Slalom und feierte ihren insgesamt 26. Weltcup-Erfolg. Die Slalom-Wertung führt die 29-Jährige weiterhin vor der Finnin Tanja Poutiainen und Riesch an.

Rund sechs Wochen vor der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen (7. bis 20. Februar) unterstrichen aber auch die übrigen deutschen Damen ihre Ambitionen. Nicht nur Riesch und Geiger, sondern auch Katharina Dürr (Germering/12.) und Fanny Chmelar (Partenkirchen/17.) zeigten zumindest in jeweils einem Lauf ansprechende Leistungen. Pech hatte Marias Schwester Susanne Riesch, die als Vierte in den zweiten Durchgang gestartet war: Die Partenkirchnerin leistete sich im Schlussteil der Strecke einen Fehler und beendete das Rennen auf Platz 15.

Wie schon im olympischen Slalom von Vancouver lagen die Gefühlswelten der Riesch-Schwestern somit weit auseinander. Trotz Mitgefühl für Susanne konnte sich Maria aber zumindest über ihre Auferstehung freuen. Aus dem kleinen Durchhänger nach zwei mäßigen Ergebnissen und dem Aus im Slalom von Courchevel hat Riesch die richtigen Konsequenzen gezogen - und hofft, die Magie vom Zauberberg in 2011 mitzunehmen.

© SID

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