Ski alpin Weltcup
Ski-Profis sehen Nachholbedarf bei Sicherheit

Nach einer Serie von schweren Stürzen und Verletzungen sehen die besten Ski-Rennläufer der Welt Nachholbedarf bei der Sicherheit im alpinen Weltcup und fordern Verbesserungen.

Die besten Ski-Rennläufer der Welt haben nach einer Serie von schweren Stürzen und Verletzungen Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit im alpinen Weltcup vorgelegt. Nach einem Treffen im Vorfeld der Rennen in Gröden sagte Werner Heel (Italien) als Mitglied der fünfköpfigen Athleten-Kommission: "Es gibt Nachholbedarf. Aber es dauert sicher noch fünf Jahre, bis alles umgesetzt wird." Die Vorschläge betreffen in erster Linie die medizinische Versorgung bei Speed-Rennen (Abfahrt, Super-G).

Heel und seine Kollegen Aksel Lund Svindal (Norwegen), Didier Cuche (Schweiz), Michael Walchhofer (Österreich) und Scott Macartney (USA) fordern vom Internationalen Ski-Verband FIS unter anderem für Speed-Rennen die ständige Anwesenheit einer medizinischen Eingreiftruppe sowie die Einsatzbereitschaft von zwei Hubschraubern für einen eventuell erforderlichen Abtransport verletzter Rennläufer. Darüber hinaus solle der Weltcup-Kalender besser gestaltet werden.

Keine Rückschritte beim Material

Der Südtiroler Heel, im vergangenen Jahr Super-G-Sieger in Gröden, sagte nach der zweistündigen Sitzung mit seinen Kollegen auch, dass drastische Forderungen nicht geboten seien - trotz schwerer Stürze seit Saisonbeginn etwa von T.J. Lanning (USA) oder Abfahrtsweltmeister John Kucera (Kanada): "Wir müssen auch bedenken, dass der Sport attraktiv bleibt", betonte der 27-Jährige. So sprächen sich die Athleten etwa gegen Rückschritte beim Material aus.

"Die Sicherheit der Athleten ist und bleibt unser erstes Anliegen", hatte FIS-Präsident Gian Franco Kasper bereits in der vergangenen Woche beteuert. Günter Hujara, FIS-Renndirektor bei den Männern, versicherte, "die FIS tut alles, was in ihrer Macht steht, um sinnvolle Veränderungen herbeizuführen." Sein Frauen-Kollege Atle Skaardal ergänzte, ein Expertengremium solle bis zum nächsten FIS-Kongress im Mai 2010 in Antalya (Türkei) Vorschläge ausarbeiten, die den Weltcup sicherer machen könnten.

Pech hatte am Donnerstag erneut die kanadische Mannschaft. Kelly Vanderbeek musste beim Abfahrtstraining der Frauen in Val d'Isere nach einem spektakulären Sturz von der Piste transportiert werden. Sie erlitt einen Kreuzbandriss im linken Knie und fällt für Olympia (12. bis 28. Februar 2010) damit ebenso aus wie Teamkollegin Larissa Yurkow, die am Vortag die Kreuzbänder im linken Knie gerissen hatte. In Vancouver muss Team Canada bereits auf Kucera und Jean-Philippe Roy verzichten.

FIS-Präsident Kasper: Lösung nur schwer zu erreichen

Am Mittwoch hatte sich Tobias Stechert aus Oberstdorf schwer verletzt. Er erlitt beim Training zur Weltcup-Abfahrt in Gröden einen Kreuzbandriss im linken Knie. Stechert wurde noch am Abend in der Orthopädischen Chirurgie München vom Teamarzt Ernst-Otto Münch operiert und fällt etwa sechs Monate aus. Die Verletzung war nach einem weiten Sprung aufgetreten, als er bei der Landung auf den Außenski kam. Stechert stürzte nicht, bei der Kernspintomographie wurde aber der zweite Kreuzbandriss seiner Karriere festgestellt.

FIS-Präsident Kasper gab zu bedenken, dass eine Lösung nur sehr schwer zu erreichen sein wird, weil es "für die jüngsten Unfälle leider mannigfaltige Ursachen gegeben hat". Daher wird es in dieser Sache nach Meinung Hujaras auch "kein Allheilmittel" geben, das alle Probleme lösen kann.

© SID

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