Ski alpin Weltcup
Ski-Weltcup "drohen" weitreichende Reformen

FIS-Präsident Gian-Franco Kasper plant weitreichende Reformen des alpinen Ski-Weltcups. "Wir sind noch nicht da, wo ich mit der Sportart hin will", sagte der 72 Jahre alte Funktionär.

Dem alpinen Aki-Weltcup "drohen" offenbar weitreichende Reformen durch den Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS, Gian-Franco Kasper. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung bekannte der 72 Jahre alte Funktionär, dass er "mit der jetzigen Form" des Wettbewerbs "nicht zufrieden" sei und deshalb organisatorische, strukturelle und inhaltliche Änderungen plant.

"Wir sind noch nicht da, wo ich mit der Sportart hin will. Wir hätten tausende von Sachen zu ändern", sagte Kasper, der seine Pläne folgendermaßen konkretisierte: "Zunächst mal würde ich gerne den Slalom reformieren. Und zwar so, dass von zwei Läufen nur einer zählt oder von drei Durchgängen zwei." Bisher wird ein Slalom in zwei Durchgängen entschieden, die Gesamtzeit bestimmt den Sieger.

Kasper will Rennkalender straffen

Den aufgeblähten Rennkalender der am Samstag startenden Saison mit 74 Wettbewerben in 29 Weltcup-Orten will Kasper straffen. "Es hat keinen Sinn, nur für einen Slalom nach Japan zu fliegen", sagte er. Bei seinem Vorhaben stößt der Schweizer allerdings auf Widerstände. "Versuche ich zum Beispiel, den Österreichern einen Weltcup wegzunehmen, dann habe ich keine ruhige Minute mehr. Die wehren sich mit allen Mitteln", sagte er.

Die Dominanz der Alpenrepublik im alpinen Skisport sieht Kasper indes mit zunehmender Sorge, würde die Attraktivität der Rennen doch durch ständige Siege der gleichen Nation gemindert. "Es dauert schon sehr lange, vielleicht ein bisschen zu lange. Vielleicht müsste man ihre Bretter verkürzen oder ihnen das Wachsen der Ski verbieten. Ein bisschen mehr Vielfalt auf dem Podium würde dem Skisport auf jeden Fall gut tun", sagte er.

"Mangel an Stars"

Kasper sieht zudem einen "Mangel an Stars" im alpinen Skizirkus - "ein gewaltiges Problem". Außer den Österreichern Hermann Maier und Benjamin Raich sowie dem Amerikaner Bode Miller "haben wir leider keine Vorzeigefiguren, die eine globale Strahlkraft über die Skiszene hinaus haben", monierte er.

Obwohl Kasper Millers Leistungen honoriert, stört er sich an dessen mitunter unglücklichen Aussagen. "Er hat das Problem, dass es ihm erstaunlich schnell gelingt, alle seine positiven Eigenschaften in Windeseile durch dumme Kommentare wieder kaputtzumachen", sagte er über den Doppelweltmeister von 2005: "Mir wäre es entschieden lieber, wenn er etwas mehr denken würde. Er hat ein loses Mundwerk und spricht, bevor er sein Gehirn einschaltet."

© SID

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