Ski alpin Weltcup
Überraschungssieg für Janyk

Britt Janyk hat sich völlig überraschend den Sieg bei der Weltcup-Abfahrt im amerikanischen Aspen gesichert. Durch die widrigen Bedingungen hatten die Spezialistinnen nur wenig Chancen auf die vorderen Plätze.

Die zweite Weltcup-Abfahrt der Saison hat eine Überraschungssiegerin: Britt Janyk hat in der Schnee- und Nebel-Lotterie von Aspen das große Los gezogen, für Maria Riesch lag dagegen eine Niete auf ihrer Unglücks-Piste. Während die Kanadierin begünstigt von den nahezu irregulären Bedingungen und einer guten Startnummer zum ersten Weltcup-Sieg raste, fuhr Riesch zwei Jahre nach ihrem zweiten Kreuzbandriss an gleicher Stelle allzu ängstlich zu Tal - und auf den enttäuschenden 28. Rang.

Kritik von Riesch

"Man sollte sich fragen, wem Rennen bei diesen Bedingungen helfen. So machen wir keine Werbung für unseren Sport", sagte Riesch nach der mehrfach unterbrochenen Abfahrt. Manche Rennläuferin verlor im dichten Nebel im US-Bundesstaat Colorado die Übersicht und stürzte, andere retteten sich mit Bummelfahrten ins Ziel.

Riesch war ihr Sicherheitslauf allerdings nicht zu verdenken. Kurz vor ihr war die erfahrene Österreicherin Alexandra Meissnitzer mit der Startnummer 13 zu Fall gekommen: Sie hatte auf der weichen Piste "Ruthie's Run" die Kontrolle verloren und landete im Fangzaun, wo sie einige Minuten liegen blieb. Eine schwere Verletzung hat sie sich aber wohl nicht zugezogen.

Meissnitzers Teamkolleginnen Nicole Hosp, Christine Sponring, Maria Holaus und Nicole Schmidhofer verzichteten daraufhin auf ihren Start. "Das Risiko ist hier nicht kalkulierbar", begründete der österreichische Trainer Roman Kneisl diese Entscheidung.

Cheftrainer Herbert Mandl nannte es "unverantwortlich", dass das Rennen gestartet wurde, Hosp meinte: "Das war kriminell. An die Läuferinnen wurde nicht gedacht." Diese Einschätzung bestätigte ein weiterer Sturz von Anne-Sophie Barthet, bei dem sich die Französin offenbar schwer am rechten Knie verletzte. Danach wurde das Rennen gestoppt und die 30 schon ins Ziel gefahrenen Läuferinnen gewertet.

Auch Maria Riesch hatte sich auf die Strecke gewagt und ihre Angst besiegt ("Ich habe nicht lange gegrübelt") - ein Erfolg in Form eines guten Ergebnisses war ihr nicht vergönnt.

Anders als Janyk, die nach Rang drei bei der ersten Abfahrt von Lake Louise nun ganz oben stand. Mit Nummer sechs vor Meissnitzers Sturz gestartet, lag sie in einer Zeit von 1:14,17 Minuten 0,42 Sekunden vor der Technik-Spezialistin Marlies Schild. "Meine Freude ist etwas getrübt, weil ich großes Glück mit der Startnummer hatte", sagte die Österreicherin, die als erste ins Rennen gegangen war.

Auf den Rängen drei und vier fanden sich die Top-Favoritinnen Renate Götschl (Österreich) und Lindsey Vonn (USA) wieder, die den möglichen Sieg aufgrund ihrer Startnummern (21 und 17) verpassten. Wegen der widrigen Bedingungen war die Abfahrt um etwa 15 Sekunden verkürzt worden. Ursprünglich war sie für Freitag vorgesehen, wegen des Schneefalls aber verschoben worden. Am Sonntag soll in Aspen zum Abschluss der Nordamerika-Tournee ein Slalom stattfinden.

© SID

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