Ski alpin Weltcup: US-Girl Mancuso fährt in Travisio allen davon

Ski alpin Weltcup
US-Girl Mancuso fährt in Travisio allen davon

Freude bei Julia Mancuso und Renate Götschl: Während die US-Amerikanerin Mancuso die Abfahrt in Travisio für sich entschied, reichte der Österreicherin Götschl Rang zwei, um die Abfahrts-Wertung zu gewinnen.

Bei der achten Weltcup-Abfahrt dieses Winters im italienischen Travisio ist der US-Amerikanerin Julia Mancuso der vierte Saisonsieg gelungen. Die Riesenslalom-Olympiasiegerin von Turin lag in einer Zeit von 1:52,67 Minuten 0,17 Sekunden vor Renate Götschl. Der Österreicherin genügte Rang zwei bei nur noch einer auszutragenden Schussfahrt zum Gewinn der Abfahrts-Wertung. Die 31-Jährige hatte auch die Super-G-Kristallkugel gewonnen. Dritte wurde die Kanadierin Emily Brydon (0,21 Sekunden zurück).

Die beiden deutschen Starterinnen blieben etwas unter ihren Möglichkeiten. Maria Riesch (Partenkirchen) fuhr in 1:54,38 Minuten auf Platz 19. Gina Stechert (Oberstdorf), beim Training noch Dritte, kam in einer Zeit von 1:54,54 Minuten auf den 22. Rang - immerhin das beste Ergebnis für die 19-Jährige bei einer Weltcup-Abfahrt.

Schwerer Sturz überschattet Rennen

Das Rennen wurde vom schweren Sturz der Schweizerin Tamara Wolf überschattet. Die Junioren-Abfahrtsweltmeisterin von 2003 war mit Nummer zwei gestartet, wurde nach etwa einer Minute Fahrzeit aber von einer Bodenwelle ausgehoben und fiel auf Rücken und Hinterkopf. Erst das Fangnetz bremste ihren Sturz. Wolf blieb lange liegen und musste mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus von Udine gebracht werden.

"Es war scheiße, diesen Sturz zu sehen", sagte Stechert, die immerhin ihr bestes Abfahrtsergebnis im Weltcup erreichte: "Aber ich habe versucht, das beiseite zu schieben." Auch Riesch meinte, die Karambolage habe sie "berührt", auf ihrer Fahrt habe sie jedoch keine Rolle gespielt: "Ich hatte aber Pech mit den Verhältnissen, es war ziemlich dunkel und unruhig."

Wolf "hat viel Glück gehabt"

Im Krankenhaus wurde Wolf einer Kopf-Untersuchung unterzogen, schwere Verletzungen wurden dabei nicht diagnostiziert. "Sie hat einen heftigen Schlag auf den Kopf bekommen und ihr Kreuzband im rechten Knie überdehnt. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was hätte passieren können", sagte der Schweizer Frauen-Trainer Hugues Ansermoz: "Sie hat viel Glück gehabt, mit so leichten Verletzungen davongekommen zu sein." Wolf sollte die Nacht auf Sonntag aber im Krankenhaus verbringen und fällt für den Rest der Saison aus.

Schon bei der Abfahrt der Super-Kombination am Freitag war es zu schweren Stürzen gekommen. Die Österreicherinnen Kathrin Zettel und Anna Fenninger kamen beim Zielsprung zu Fall und verletzten sich so schwer, dass sie in diesem Winter nicht mehr starten können.

Götschl nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte

"Das ist eine Rumpelpiste von oben bis unten", sagte Siegerin Mancuso. Marlies Schild (Österreich), die als Siebte ihre Führung im Gesamt-Weltcup mit neun Punkten Vorsprung vor Mancuso erfolgreich verteidigte, sprach von "einem der schwersten Rennen, die ich je gefahren bin". Ähnlich sah es Götschl. "Brutal", fand sie das Rennen - auch, weil sie nach einem Trainingssturz nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war.

Dennoch fuhr sie 0,17 Sekunden hinter Mancuso (1:52,67) auf den zweiten Platz vor Emily Brydon aus Kanada (0,21 Sekunden zurück) - und nach dem Triumph im Super-G zur zweiten kleinen Kristall-Kugel in diesem Winter. Fünfmal hat Götschl die Abfahrts-Wertung nun schon für sich entschieden und damit das deutsche Ski-Idol Katja Seizinger und Michaela Figini aus der Schweiz (je vier Siege) überflügelt.

Nur Annemarie Moser-Pröll (Österreich), die siebenmal gewann, hat mehr Gesamt-Siege auf dem Konto. "Die kleine Kugel bedeutet mir sehr viel", sagte Götschl, die auch im Gesamt-Weltcup noch Chancen hat.

© SID

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