Ski alpin Weltcup
Vonn feiert in St. Anton ihren zweiten Saisonsieg

Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn hat die Weltcup-Abfahrt im österreichischen St. Anton gewonnen. Zweite wurde die Kanadierin Kelly Vanderbeek, Maria Riesch schied auf der anspruchsvollen Piste "Karl Schranz" aus.

Ärger bei Maria Riesch: Drei Tage vor Heiligabend hat die beste deutsche Ski-Rennläuferin bei der Weltcup-Abfahrt in St. Anton eine "schöne Bescherung" erlebt. Nach nur 50 Fahrsekunden war das Rennen für sie gelaufen. "Ich bin zwar froh, dass ich nicht gestürzt bin, aber der Ärger überwiegt", sagte die 23-Jährige, als sie 45 Minuten nach ihrem Fahrfehler endlich ins Ziel gekommen war.

Dort versuchte Siegerin Lindsey Vonn ihre Freundin zu trösten, doch die Umarmung der US-Amerikanerin beruhigte Riesch nur wenig. "So eine Sch....!", fluchte sie, "eine einzige Unachtsamkeit, und schon war ich draußen. Da hätte ich am liebsten die Zeit ein paar Sekunden zurückgedreht." Doch dieses Kunststück glückte ihr nicht, sie schied aus und "demolierte" ihren Stock.



Frauen erstmals auf der verkürzten Männer-Strecke

Die vierte Abfahrt der Saison war sicher die anspruchsvollste, erstmals fuhren die Frauen auf der verkürzten Männer-Strecke "Karl Schranz". Viele Top-Läuferinnen hatten Probleme, Weltmeisterin Anja Pärson (Schweden) schied ebenfalls aus, Mitfavoritin Renate Götschl aus Österreich kam nur auf Platz 13.

Vonn leistete sich im oberen Teil einen "verrückten Fehler", behielt jedoch im "Eisfall" mit 78 Prozent Gefälle die Nerven und fuhr so zum neunten Weltcup-Sieg. In einer Zeit von 1:32,00 Minuten war sie 0,36 Sekunden schneller als die Kanadierin Kelly Vanderbeek, Julia Mancuso (USA) fuhr auf Platz drei. "Es hat großen Spaß gemacht, hier zu fahren", sagte Vonn.

Weniger Freude hatten die Vertreter des Deutschen Skiverbandes (DSV), daran änderte Rang 28 von Gina Stechert (Oberstdorf) nichts. "Das war hier eher zu schwer für die Mädels", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier über die Piste, "da waren 80 Prozent überfordert". Auch Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold meinte, er würde "Frauen nicht auf Männer-Strecken fahren lassen. Es war grenzwertig."



Wolfgang Maier: "Nicht mehr so gute Abfahrerinnen dabei"

Maier gab zu bedenken, dass nach den Rücktritten dominierender Athletinnen in der jüngeren Vergangenheit "nicht mehr so viele gute Abfahrerinnen dabei sind". Fernseh-Expertin Martina Ertl-Renz sei "mit der Kamera besser gefahren als viele andere. Man konnte sich eigentlich nur die besten fünf, sechs Mädels anschauen."

Ein ähnliches Bild erwartet Berthold bei der Super-Kombination aus einer Abfahrt und einem Slalom-Lauf am Samstag: "Das wird sehr, sehr schwer. Beim Slalom wird man nur die Top-Läuferinnen anschauen können. Danach wird"s zäh."

Maria Riesch hofft dennoch wieder auf ein gutes Ergebnis. "Ich werde es dann besser machen, versprochen", sagte sie. Mit einem derart verpatzten Abfahrts-Lauf will sie sich nicht in die Weihnachtspause verabschieden.

© SID

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