Ski alpin Weltcup
Walchhofer kürt sich zum "König von Bormio"

Michael Walchhofer hat auch die zweite Abfahrt im italienischen Bormio gewonnen. 24 Stunden nach seinem ersten Triumph verwies der Österreicher Lokalmatador Peter Fill und seinen Landsmann Mario Scheiber auf die Plätze.

24 Stunden nach seinem ersten Triumph hat der Österreicher Michael Walchhofer auch die zweite Weltcup-Abfahrt der alpinen Skirennläufer im italienischen Bormio gewonnen. Der 31 Jährige gewann auf der vereisten und ruppigen Piste Stelvio in 1:15,82 Minuten mit 22 Hundertsteln Vorsprung auf Lokalmatador Peter Fill. Dritter wurde wie am Vortag, als Walchhofer die Serie von 13 Weltcup-Wettbewerben ohne österreichischen Sieg beendet hatte, sein Mannschaftskollege Mario Scheiber (0,27). Stephan Keppler (Ebingen) kam nach einer mutigen, aber zu fehlerhaften Fahrt nicht unter die ersten 25.

"Vor zwei Tagen war ich noch in der Krise"

"Unglaublich. Vor zwei Tagen war ich noch in der Krise, jetzt schwimme ich auf einer Welle des Erfolges", sagte der Hotelier aus Zauchensee. Walchhofer vollbrachte zudem Historisches: 67-mal hatte es bislang eine Doppel-Abfahrt im Weltcup gegeben, und immerhin 16 Rennläufer gewannen dabei nach dem ersten auch noch das zweite Rennen. Der Weltmeister von 2003 aber hat nun als erster das Kunststück zweimal vollbracht: Zwei Weltcup-Abfahrten an zwei Tagen an einem Ort zu gewinnen, war ihm schon 2005 in Garmisch gelungen. Von derlei Großtaten sind die deutschen Läufer noch sehr weit entfernt. Stephan Keppler hat sich vorgenommen, "in fünf, sechs Jahren" eine Weltcup-Abfahrt gewonnen zu haben, derzeit aber sucht er zunächst den Anschluss an die Weltspitze. Nach Platz 24 im ersten Rennen reichte es diesmal nur zu Rang 27. Johannes Stehle (Obermaiselstein) verfehlte als 40. weitere Weltcup-Punkte - am Vortag hatte er als 27. seine ersten vier Zähler geholt.

Keppler noch zu unerfahren

"Es war kein schlechter Lauf", sagte Keppler, der in dieser Saison bereits mit zwei achten Rängen aufhorchen ließ, über seine wilde Fahrt, die 1,71 Sekunden langsamer war als die von Walchhofer (1:52,82): "Die Fehler hätte ich mal lieber weggelassen, dann wäre ich viel weiter vorne. Aber nur brav runterfahren will ich ja auch nicht." Noch fehlt dem 23-Jährigen vor allem die Routine auf den Abfahrten. "Er braucht noch mehr Erfahrung, aber die bekommt er ja noch", urteilte Männer-Cheftrainer Werner Margreiter.

Erfahrung hat Walchhofer, bester Abfahrer im Weltcup in den vergangenen beiden Wintern, reichlich gesammelt, die zwei Tage von Bormio aber brachten aber auch für ihn neue Erkenntnisse. "Bei uns war ja schon Feuer unterm Dach", berichtete der Dritte der WM 2005 in Bormio. "Der Sieg am Donnerstag war dann schon erlösend für mich und die Mannschaft." Der zweite Sieg fiel mit 0,22 Sekunden Vorsprung auf Fill auch deutlicher aus als der erste mit gerade mal einer Hundertstel. "Ich war einfach lockerer", bestätigte Walchhofer.

© SID

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