Ski alpin Weltcup
Walchhofer siegt bei Weltcup-Abfahrt im Grödnertal

Michael Walchhofer aus Österreich hat sich bei der Weltcup-Abfahrt im Grödnertal in starker Verfassung präsentiert und den Sieg vor Didier Cuche (Schweiz) eingefahren. Bester Deutscher war Johannes Stehle.

Wenn es der Ski-Nation Österreich einmal ganz besonders schlecht geht, ist zumindest auf Michael Walchhofer als Retter in der Not Verlass. Einen Tag nach dem schlimmen Debakel der rot-weiß-roten Ski-Rennläufer im Super-G gewann der Weltmeister von 2003 die klassische Abfahrt auf der traditionsreichen Piste Saslong im Grödnertal. "Das ist der Hammer", sagte der Weltmeister von 2003 voller Begeisterung über seinen zweiten Saisonsieg nach Beaver Creek zwei Wochen zuvor. Als bester Deutscher erreichte Johannes Stehle (Obermaiselstein) Rang 17 und damit sein bestes Weltcup-Resultat.

Auf der anspruchsvollen Saslong, die den Rennläufern aufgrund vieler Sprünge, Wellen und schwieriger Kurven alles abverlangt, kam auch Walchhofer nicht fehlerfrei ins Tal. "Ich habe mir im Zielhang schon gedacht: So optimal war das nicht", gestand der Hotelierssohn aus Zauchensee, doch trotz zahlreicher Patzer auf der sehr welligen Ciaslat-Wiese reichte es. In 1:56,70 Minuten lag der Sieger um 0,18 Sekunden vor dem Schweizer Didier Cuche, der tags zuvor den für die Österreicher so depremierenden Super-G gewonnen hatte. Auf Rang drei kam etwas überraschend Scott Macartney aus den USA (0,56 zurück).

Abfahrts-Sieg lindert viele Schmerzen

Am Vortag hatten die Österreicher an gleicher Stelle eine für ihre Verhältnisse desaströse Pleite hinnehmen müssen. Als Bester im Super-G erreichte Benjamin Raich "nur" Rang sieben, so schlecht war Team Austria in dieser Disziplin zuletzt 1996. Ein Abfahrts-Sieg lindert in Österreich allerdings viele Schmerzen - zumal wenn dann auch ein Schweizer knapp geschlagen wird: Für Vortagessieger Cuche reichte es nach seinem siebten Weltcup-Sieg zum 16. Mal in seiner Karriere nur zu Rang zwei, dennoch war er zufrieden: "Mit diesem Wochenende kann ich sehr gut leben." Cuche führt auch weiter im Gesamtweltcup.

Auch Walchhofer hat mit zweiten Plätzen so seine Erfahrung - allein in Gröden verfehlte er viermal den Sieg nur knapp. Nun aber hat er alle Klassiker zusammen, Siege auf den Traditionsstrecken in Kitzbühel, Wengen, Val d'Isere und Garmisch. Auch Bormio und Beaver Creek hat er gewonnen - und nun eben im Grödnertal. "Das war immer mein Traum, auch hier zu gewinnen", sagte der 32-Jährige nach Sieg Nummer 13 im Weltcup, zugleich räumte er ein: "Ich kann es noch gar nicht realisieren, dass ich jetzt alle Klassiker gewonnen habe. Ich bin jedenfalls überglücklich."

Stehle und Strodl mit Achtungserfolgen

Ganz so überschäumend war die Freude bei Christian Scholz nicht, der deutschen Männer-Cheftrainer aber machte zumindest ein sehr zufriedenes Gesicht. Stehle auf Rang 17, Grünschnabel Andreas Strodl (Partenkirchen) auf Rang 25 - beide waren noch nie so gut im Weltcup. Dazu kam noch Stephan Keppler (Ebingen) auf Rang 30. Drei deutsche Abfahrer in den Punkterängen, das hatte es zuletzt 2001 in Garmisch gegeben: Stefan Stankalla, Max Rauffer als späterer Sieger in Gröden (2005) und Florian Eckert, kurze Zeit später Dritter bei der WM in St. Anton, fuhren damals auf die Ränge neun, elf und 18.

"Darauf können wir aufbauen, das war ein Signal, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Scholz über das Mannschaftsergebnis. Besonders bemerkenswert: Stehle und Andreas Strodl machten mit den hohen Startnummer 52 und 59 die größten Sprünge nach vorne im Feld. Trotzdem wird das Trio erstmal wieder Europacup-Rennen fahren. Bis zur nächsten Weltcup-Abfahrt Ende Dezember in Bormio gilt es, dort günstigere Startnummern zu herauszufahren.

© SID

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