Ski alpin Weltcup: Weicher Schnee bringt Jerman den Sieg

Ski alpin Weltcup
Weicher Schnee bringt Jerman den Sieg

Der Slowene Andrej Jerman hat die Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Dabei profitierte der 28-Jahre alte Debüt-Sieger vor allem von den Pistenverhältnissen. Die Favoriten hatten keine Chance.

Überraschung bei der traditionellen Kandahar-Abfahrt: Der Slowene Andrej Jerman hat in Garmisch-Partenkirchen seinen ersten Weltcup-Sieg erringen können. Der 28-Jährige lag beim ersten von zwei Abfahrtsrennen in 1:56,82 Minuten vor dem Österreicher Hans Grugger (0,22 Sekunden zurück) und Erik Guay (Kanada/0,44). Für Slowenien war es der erste Abfahrtssieg überhaupt und der erste Erfolg im alpinen Weltcup seit 2000, als Mitja Kunc den Slalom in Yongpyong (Südkorea) gewann.

Die Fahrer ab Startnummer 15, darunter auch die Favoriten wie Weltmeister Aksel Lund Svindal (Norwegen) und Bode Miller (USA), hatten auf der aufgeweichten Piste keine Chance auf eine vordere Platzierung. Die deutschen Rennläufer Johannes Stehle (Obermaiselstein) und Stephan Keppler (Ebingen) landeten abgeschlagen auf den Plätzen 41 und 46.

"Das war schon eigenartig"

"Für mich ist es schon eine Freude, überhaupt auf dem Podest zu stehen", sagte Jerman. Angesichts der Bedingungen aber wurde das Rennen umgehend als "Ausreißer" klassifiziert. "Das war schon eigenartig. Ich hatte das Gefühl, überhaupt keinen Schwung zu haben", sagte Hermann Maier aus Österreich, der auf den Tag genau zehn Jahre zuvor den ersten seiner bislang 53 Weltcupsiege auf der Kandahar gefeiert hatte. Im Nachhol-Rennen für Kitzbühel wurde er nur 29. Allein der am Ende drittplatzierte Guay (21) kam mit einer Startnummer jenseits der 20 unter die ersten 10, die anderen Fahrer der Weltklasse landeten im weit abgeschlagenen Feld, so auch der neue Weltmeister Aksel Lund Svindal aus Norwegen (16.).

So wurde schließlich ein wenig gemault und gemotzt, nur Fritz Strobl aus Österreich, WM-Zweiter im Super-G und mit Startnummer 25 auf Rang elf platziert, erteilte den Organisatoren im WM-Ort für 2011 ein "großes Lob": "Dass wir um die Uhrzeit und bei den Temperaturen ein Rennen gefahren sind, ist schon unglaublich", sagte er. Immerhin wird am Samstag um 11.30 Uhr und damit 1:15 Stunden früher gefahren. Doch der Liechtensteiner Marco Büchel, Zweiter im Abfahrtsweltcup, mit Startnummer 28 aber nur auf Rang 14 gelandet, hegte umgehend schlimme Befürchtungen: "Das wird das Gleiche werden. Und täglich grüßt das Murmeltier."

Walchhofer stürzt abermals in Ausfahrt

So brachen die Österreicher einmal mehr eine Diskussion um die Startregel vom Zaun. Dass die besten 30 Fahrer der Weltrangliste in umgekehrter Reihenfolge starten, war ihrem Alpin-Direktor Hans Pum nach dem "Nummern-Rennen" auf der Kandahar einmal mehr eine Ansage an den Internationalen Ski-Verband (FIS) wert: "Es ist unmöglich, wenn die besten Leute keine Chance mehr haben." Obwohl: So schlecht ist Jerman nun auch wieder nicht. Der Slowene hatte in diesem Winter im italienischen Bormio immerhin schon mal einen vierten Rang belegt - und im Abfahrtsweltcup wurde er bislang auf Rang zwölf geführt.

Für den Österreicher Michael Walchhofer endete das Rennen indes im Krankenhaus. Der Ex-Weltmeister war bereits zum wiederholten Male in den vergangenen Jahren in der Ausfahrt der sogenannten FIS-Schneise auf der Kandahar-Piste gestürzt. Der 31-Jährige konnte aus eigener Kraft bis ins Ziel fahren. Der Verdacht auf Rippenbruch bestätigte sich bei einer anschließenden Untersuchung im Unfallkrankenhaus im nahegelegenen Murnau nicht. Walchhofer erlitt bei seinem Sturz in die Fangnetze lediglich Prellungen und wird bei der zweiten Abfahrt am Samstag möglicherweise wieder an den Start gehen.

© SID

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