Ski alpin WM
Abfahrt in Are wirft Schatten voraus

Bei der alpinen Ski-WM in Are geht es heute um Abfahrtsgold: Die besten Chancen werden dem US-Amerikaner Bode Miller und Team Österreich um Hermann Maier eingeräumt.

Bei der alpinen Ski-WM in Are steht heute die "Königsdisziplin" bevor: die Herren-Abfahrt. Der regierende Herrscher Bode Miller gibt Trainern, Fans und Fachwelt dabei weiter Rätsel auf. Bei der Kombinations-Abfahrt hat der Amerikaner die Konkurrenz mit einem Traumlauf geschockt, ansonsten hat Miller aber bisher wenig getan, um den anderen Favoriten vor dem Rennen Angst zu machen.

Die schwedische Boulevardpresse berichtete schon vor WM-Beginn genüsslich und in großen Lettern von promilleschwangeren Ausflügen des Exzentrikers in das Nachtleben von Are. Als Miller beim Super-G dann als 24. seinen Titel von Bormio nicht nur verlor, sondern auf allzu lässige Art und Weise herschenkte, schien die WM für den viel zu entspannten Ausnahme-Könner schon beendet.

"Ich war nicht motiviert"

Erinnerungen an die Olympischen Spiele von Turin wurden wach. Miller war als Favorit und Medaillen-Anwärter in allen Disziplinen nach Italien gereist - und kehrte doch geschlagen und ohne Plakette nach Hause zurück. Dann distanzierte Miller seine Rivalen in der Kombinations-Abfahrt um mehr als eine halbe Sekunde, ehe das Genie im Slalom wieder seine wahnsinnige Seite zeigte und auf Platz sechs zurückfiel. "Ich war nicht motiviert", ließ er mitteilen.

Am Freitag hatte er die Motivation noch nicht wieder gefunden, weshalb er auf das Abschlusstraining auf dem etwas veränderten und damit schnelleren Kurs verzichtete. "Es ist eine gute Idee, einen freien Tag zu nehmen", sagte der amerikanische Cheftrainer, Phil Mcnichol: "Bode ist mit dem Rennen am Samstag genug beschäftigt."

Während sich der Titelverteidiger weiter entspannte, zauberte der Liechtensteiner Marco Büchel bei der Generalprobe eine Fahrt auf den Areskutan, der dem Top-Favoriten gut zu Gesicht gestanden hätte. In 1:45,73 Minuten hatte Büchel 0,74 Sekunden Vorsprung auf Fritz Strobl (Österreich), der 0,03 Sekunden vor Landsmann Hermann Maier Zweiter wurde.

Maier, Abfahrtsweltmeister 1999, erhielt bei der teaminternen Ausscheidung der Österreicher wenig überraschend den Vorzug vor Christoph Gruber, obwohl Gruber im Qualifikationsrennen schneller war. "Ich weiß noch nicht genau, wo ich stehe", sagte Maier nach seiner ansprechenden Trainingsfahrt: "Mit Rang drei im Rennen wäre ich schon glücklich."

Druck vor allem auf Österreichern

Fans und Medien in der Alpenrepublik würde ein dritter Platz kaum befriedigen. "Als Österreicher hat man in der Abfahrt immer den größten Druck. Alle erwarten von dir einen Sieg", sagte Michael Walchhofer. Der Abfahrtsweltmeister von 2003 gehört wie der Schweizer Didier Cuche, Aksel Lund Svindal (Norwegen) sowie Strobl, Maier und Miller zu den Medaillenkandidaten.

Weniger Erwartungen lasten auf Stephan Keppler (Ebingen). "Ich bin sicher kein Anwärter auf eine Medaille. Mein Ziel sind die Top 15", sagte Keppler nach dem Abschlusstraining, das er auf Platz 25 beendete, 2,35 Sekunden hinter Büchel. Immerhin: Seine Verletzungen habe er überwunden, meinte Keppler: "Ich fühle mich topfit."

© SID

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