Ski alpin WM
Deutsche Hoffnungen ruhen auf Hölzl

Nach dem bislang schwachen Abschneiden der deutschen Athleten bei der alpinen Ski-WM in Are will heute Kathrin Hölzl dem Deutschen Ski-Verband (DSV) im Riesenslalom endlich ein Erfolgserlebnis bescheren.

Die Hoffnungen auf einen Lichtblick bei der alpinen Ski-WM im schwedischen Are ruhen auf den schmalen Schultern von Kathrin Hölzl. Die nur 1,63 Meter kleine Bischofswiesenerin gehört im Riesenslalom zur Weltspitze und soll mit einem guten Resultat heute die enttäuschende erste Woche vergessen zu machen.

"Ich bin hergekommen, um eine Medaille zu holen", sagt Hölzl forsch. In diesem Winter erlebte sie ihren Durchbruch im Weltcup. Auf die Ränge sechs, 16, vier und acht fuhr sie in ihrer Spezialdisziplin. "Sie hat sich sehr gut entwickelt, wir sind sehr glücklich mit ihr", meint Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold.

Lange sah es aus, als würde Kathrin Hölzl ihr großes Talent vergeuden, zu unprofessionell, zu lasch war ihre Einstellung zum Rennsport. "Vor der Saison haben wir ihr ein Ultimatum gestellt", sagt Berthold. Hölzl war zunächst nicht für die Weltcup-Mannschaft vorgesehen, sondern musste sich über den zweitklassigen Europacup empfehlen. Das tat sie eindrucksvoll. Auch, als sie dann bei den Besten ran durfte, enttäuschte die 22-Jährige Berthold nicht.

Auch Rebensburg und Fernsebner gehen an den Start

Bei ihrer ersten WM ist der Druck auf Hölzl allerdings bereits sehr groß. Die Vorleistungen ihrer Kolleginnen im Speed-Bereich und der Super-Kombination waren dürftig, Maria Rieschs (Partenkirchen) siebter Platz in der Kombi war das Top-Ergebnis. "Maria war bisher unsere Alleinunterhalterin", sagt Berthold. Erst beim Riesenslalom heute (17.00/20.00 Uhr) und beim Slalom am Freitag könne man von einer Mannschaft sprechen.

In Maria Riesch, Viktoria Rebensburg (Kreuth) und Carolin Fernsebner (Ramsau) hat Hölzl drei Mitstreiterinnen, doch Riesch hat sich in keinem der vergangenen drei Riesentorläufe für das Finale qualifiziert. Fernsebner und Rebensburg wurden vor wenigen Tagen nachnominiert, die Qualifikationskriterien haben sie nicht erfüllt. "Die beiden sind gefährlich", sagt Berthold zwar - doch er weiß auch, dass nur Hölzl den geforderten Platz unter den besten Fünf erreichen kann.

Berthold stapelt tief, Hölzl zeigt sich selbstbewusst

"Ich bin nicht so blauäugig, von einer Medaille zu sprechen", meint Berthold, doch Hölzl hält dem selbstbewusst entgegen: "Ich bin sicher in der Lage, auf das Podest zu fahren." Erstmals in ihrer Karriere habe sie sich richtig gut vorbereitet, ergänzt sie. Ihre Nerven, die bei früheren Rennen oftmals zu flattern begannen, habe sie dank mentalem Training im Griff.

Und die Erwartungen? Der Druck? "Es ist schön, dass Trainer und Öffentlichkeit an mich glauben", sagt sie. Und überhaupt: "Die WM ist ein Rennen wie jedes andere auch, man muss nur locker genug bleiben." Ob sie alleine für die Wende sorgen, ob sie die Rolle der Retterin ausfüllen kann? "Ich glaube, dass wir eine gute zweite Woche haben werden", sagt Kathrin Hölzl - und lächelt.

© SID

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