Ski alpin WM: DSV-Läufer wollen den Bann brechen

Ski alpin WM
DSV-Läufer wollen den Bann brechen

Seit 45 Einzelrennen warten die DSV-Alpinen bei Großereignissen nunmehr auf eine Medaille. Diesen Bann wollen die deutschen Starter bei den letzten beiden WM-Rennen heute und am Samstag in Are brechen.

Wenn bei Großereignissen die Fanfaren zur Siegerehrung ertönten, durften die deutsche Alpinen regelmäßig nur Zuschauen. Seit 45 Einzel-Rennen warten die DSV-Starter nun schon auf eine Medaille - doch die Chance auf ein Ende der Pleitenserie war selten so groß wie bei den letzten beiden Rennen bei der WM in Are. Beim Männer-Slalom gehören Alois Vogl und Felix Neureuther am Samstag zu einem Kreis von zehn bis 15 Athleten, die sich Hoffnungen machen dürfen, heute greifen beim Frauen-Torlauf gleich vier Deutsche nach den drei Plaketten.

"Supergute Mannschaft am Start"

"Wir haben eine supergute Mannschaft am Start. Wir sind zwar nicht die Top-Favoriten, aber jede meiner Mädels kann ganz vorne reinfahren", sagt Damen-Cheftrainer Mathias Berthold. Sicher, die Österreicherin Marlies Schild, die fünf der sechs Rennen in dieser Saison gewann, wird schwer zu schlagen sein. Die Tschechin Sarka Zahrobska ist in überragender Form, und Therese Borssen (Schweden) hat Heimvorteil. "Aber wir haben in diesem Winter mit sehr guten Ergebnissen überzeugt", meint Berthold.

Tatsächlich: Annemarie Gerg (Lenggries) fuhr im reifen Alter von 31 Jahren als Zweite in Val d´Isere erstmals aufs Podium. Die Lamerin Monika Bergmann-Schmuderer ist so konstant, wie seit drei Jahren nicht mehr, und schaffte es viermal in die Top 10. Und in Susanne Riesch (Partenkirchen) und Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) haben sich zwei junge Athletinnen mit den besten Torläufen ihrer Karriere für einen WM-Startplatz empfohlen.

Annemarie Gerg gehandicapt

Doch es gibt auch Unwägbarkeiten, vor allem bei der potenziell Besten, Annemarie Gerg. Eine Kreuzbandverletzung, die sie sich als 18-Jährige zugezogen hatte, macht ihr immer noch zu schaffen. "Ich habe hier in Are zwei Tage Slalom trainiert, und das Gelenk wurde gleich wieder dick", sagt sie vor dem Rennen. Zuversichtlich ist sie dennoch. Bei einem Kurzurlaub in Ägypten habe sie "Energie und Sonne getankt", meint sie. "Und der harte, eisige Schnee hier liegt mir sehr gut, weil ich darauf mein Ski-Gefühl ausspielen kann."

Auch Susanne Riesch sollten die Bedingungen auf dem WM-Berg Areskutan entgegenkommen. Beim ersten Slalom der Saison in Levi (Finnland) war es ebenfalls sehr kalt - und Riesch wurde Fünfte. Seither hat sie aber eine beispiellose Ausfall-Serie hingelegt. Über FIS-Rennen und Starts im zweitklassigen Europacup habe sie sich die nötige Sicherheit zurückgeholt, meint sie. Außerdem soll ein neuer Ski dafür sorgen, "dass ich ruhiger fahre".

Kathrin Hölzl erhielt den Vorzug gegenüber Maria Riesch, weil sie als Sechste beim WM-Riesenslalom ihre "klasse Form" (Berthold) unter Beweis stellte. Doch Hölzl ist Spezialistin für Riesenslalom - und die schwächste deutsche WM-Torläuferin. Größere Hoffnungen darf sich Monika Bergmann-Schmuderer machen. Seit Saisonbeginn ist sie auf eigene Faust und Verantwortung unterwegs - und so gut wie lange nicht.

"Ich hatte in den letzten Jahren immer wieder gesundheitliche Probleme. Mein Rücken war kaputt, und mein Magen hat gestreikt. Das ist jetzt völlig weg", sagt sie. Ihr Körper signalisiere ihr also, "dass es besser ist, meinen eigenen Weg zu gehen". Ausgeschlossen sei eine Rückkehr ins Team nicht, aber zumindest aufgeschoben bis Ende der Saison. Als Medaillengewinnerin von Are würde Berthold sie sicher gerne wieder aufnehmen.

© SID

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