Ski alpin WM
Gold-Hattrick für Schwedin Anja Pärson

Der Schwedin Anja Pärson hat bei der alpinen Ski-WM in Are (Schweden) nach dem Super-G und der Super-Kombination auch die Abfahrt gewonnen. Maria Riesch kam als beste Deutsche auf Rang neun.

Anja Pärson ist bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften im schwedischen Are ein Hattrick gelungen. Nach dem Super-G und der Super-Kombination gewann die 25 Jahre alte Schwedin auch die Abfahrt. In 1:26,89 Minuten siegte Pärson vor Lindsey Kildow aus den USA (0,40 Sekunden zurück) und Nicole Hosp aus Österreich (0,48). Maria Riesch belegte als beste Deutsche Rang neun (1,09). Pärson gewann bereits ihren insgesamt siebten WM-Titel und als erste Läuferin oder Läufer im alpinen Skisport überhaupt Gold in allen fünf Disziplinen.

Während sich Maria Riesch nach Rang neun noch im Zielraum von Schwester Susanne trösten lassen musste, war Anja Pärson nicht mehr zu halten. Ein Tänzchen durch den Zielraum, ausgelassener Jubel, am Ende natürlich der "Seehund", ihr obligatorischer Bauchklatscher. "Es ist unbeschreiblich, dass ich hier bisher alle Rennen gewinnen konnte, das ist verrückt. Ich habe keine Worte mehr dafür", sagte die Ski-Königin aus Schweden, die in 1:26,89 Minuten diesmal vor Lindsey Kildow aus den USA (0,40 Sekunden zurück) siegte. Zu Bronze (0,48 Sekunden zurück) fuhr überraschend Nicole Hosp aus Österreich. Die mitfavoristierte Renate Götschl (Österreich) wurde nur Siebte.

Bessere Platzierung wäre für Riesch möglich gewesen

Maria Riesch lag am Ende immerhin 1,09 Sekunden hinter der Weltmeisterin, doch eine besser Platzierung war durchaus möglich, nach Ansicht der Partenkirchenerin sogar eine auf dem Siegerpodest. "Wenn ich einigermaßen so gefahren wäre wie im Training, dann wäre echt eine Medaille drin gewesen", behauptete die 22-Jährige, der zu Rang drei 0,51 Sekunden fehlten. Auch Cheftrainer Mathias Berthold stellte mit Bedauern fest, dass "die Maria so nahe an die Topleute, und fast an eine Medaille herangefahren ist." Es wäre die erste für die DSV-Alpinen nach 42 Einzelrennen bei Großereignissen gewesen.

Im Training hatte sich Maria Riesch zuvor kontinuierlich gesteigert, doch als sie am Areskutan bei schlechter Sicht in ihre erste WM-Abfahrt ging, konnte die deutsche Hoffnungsträgerin nicht mehr wie erhofft zulegen. "Das war keine optimale Fahrt", sagte sie angesichts zahlreicher Patzer. "Die Trittsicherheit hat noch etwas gefehlt", erkannte Sportdirektor Wolfgang Maier. Das Rennen, meinte Cheftrainer Berthold, "kam um eine Woche oder 14 Tage zu früh. Denn ihre Formkurve steigt steil nach oben, es war leider noch ein klein bisschen zu wenig, um ganz vorne dabei zu sein."

Haltmayr und Stechert nicht in Form

Ganz und gar ungelegen kam das Rennen offensichtlich den zwei anderen deutschen Starterinnen. Petra Haltmayr (Rettenberg) belegte nach einem zeitweiligen "Ausflug" in den Tiefschnee nur Rang 28 und bekannte: "Ich bin sauer auf mich, das war eine vertane Chance." Gar nicht ins Ziel kam WM-Debütantin Gina Stechert (Oberstdorf), und so zog Cheftrainer Berthold nach der ersten WM-Woche eine ernüchternde Bilanz: "Das ist bei uns bisher eine Ein-Frau-Show von Maria. Mit den anderen sind wir nicht zufrieden." Riesch fuhr dreimal in die Top Ten - mehr hat der DSV bislang nicht zu bieten.

Perfekt war dagegen das Timing von Anja Pärson. Nach einer bis dahin eher durchwachsenen Saison war sie zwei Wochen vor der WM aus dem Weltcup ausgestiegen, um sich auf Are vorzubereiten. In diesen zwei Wochen nahm Vater und Trainer Anders minimale Veränderungen am Skischuh seiner Tochter vor, prompt gewann die ihre alte Sicherheit zurück. Mit sieben Titeln steht sie nun gemeinsam mit Toni Sailer auf Rang zwei der ewigen WM-Bestenliste, vorne bleibt die legendäre Deutsche Christl Cranz (12). WM-Gold in der Abfahrt ist darüber hinaus auch noch ein Novum für den schwedischen Ski-Verband.

© SID

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