Ski alpin WM
Hölzl und Rebensburg auf Medaillenjagd

Bei der 40. alpinen Ski-WM in Val d'Isere gelten Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg im Riesenslalom als Mitfavoritinnen. Maria Riesch geht dagegen heute ohne Druck ins Rennen.

"Druck" ist ein Wort, das Maria Riesch so gar nicht mag. Schon gar nicht in Verbindung mit dem Adjektiv "groß". In Val d'Isere bei der 40. alpinen Ski-WM war sie diesem "großen Druck, den ich mir und den andere mir mache", bislang nicht gewachsen. Im Riesenslalom (10.00 und 13.30 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) kann Riesch heute befreit fahren, die Medaillenhoffnungen des Deutschen Skiverbandes (DSV) heißen dann Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg.

Anders als Riesch, deren bestes Riesenslalom-Ergebnis in diesem Winter ein neunter Platz in Semmering war, sind Hölzl und Rebensburg Spezialistinnen in der technisch sehr anspruchsvollen Disziplin. Bei der WM 2007 in Are belegten die beiden die Ränge sechs und acht, nun wollen sie höher hinaus. "Ich weiß, dass ich sehr schnell sein kann. Wenn alles gut geht, kann es eine Medaille werden. Das gilt auch für die Viki", sagt Hölzl.

In ihren sportlichen Ambitionen sind sich Hölzl und Rebensburg sehr ähnlich, die Charaktere der Zimmergenossinnen könnten dagegen kaum unterschiedlicher sein. Die 24 Jahre alte Hölzl ist eher ruhig und zurückhaltend, sie geht nur auf der Piste ganz aus sich heraus. Die 19-jährige Abiturientin Rebensburg ist kess. Wenn sie über ihre Rennen spricht, benutzt sie gern Worte wie Vollgas, Attacke, Risiko. Alpindirektor Wolfgang Maier nennt sie "eine Killerin".

Doch diese Einstellung treibt Rebensburg bisweilen beängstigend nahe an den Abgrund. Bei 32 ihrer Weltcup-Starts schied sie zwölfmal aus, das entspricht einer Quote von 37,5 Prozent. In diesem Winter sah sie in nur einem der ersten sechs Riesentorläufe das Ziel und schaffte erst auf den letzten Drücker mit Rang sieben in Cortina d'Ampezzo die WM-Qualifikation. An ihrer "Alles-oder-Nichts"-Taktik hält sie dennoch fest. "Totaler Angriff, volle Attacke - das ist das einzige Rezept. Das haben die Medaillengewinnerinnen bewiesen."

Hölzl: "Ich mag's steil und hart"

Hölzl dagegen erfüllte bereits im ersten Riesenslalom in Sölden als Achte die WM-Norm, im Januar stand sie in Maribor als Dritte auf dem Podest, und sie schied nur einmal aus. Ihre Ausfall-Quote bei 88 Weltcup-Rennen beträgt neun Prozent. Dennoch reiste sie unzufrieden nach Hochsavoyen. "Die Saison ist überhaupt nicht so verlaufen, wie ich es erhofft habe", sagt sie. Hölzl wollte endlich konstant in die Weltspitze, kam aber eben nur in Sölden und Maribor in die "Top Ten".

Cheftrainer Mathias Berthold schwärmt dennoch von ihr. "Kathrin ist eine absolute Vorzeigeathletin. Sie fährt eine perfekte Technik und gehört zu den Top-Fahrerinnen im Weltcup. Sie kann seriös um die Medaillen mitkämpfen", meint er. Während zahlreiche Konkurrentinnen sich darüber beklagen, auf der anspruchsvollen Männer-Piste "Face de Bellevarde" fahren zu müssen, komme Hölzl "das Gelände entgegen".

Hölzl selbst war sich da zunächst nicht so sicher. Vor ihrer Anreise hat sie sich telefonisch bei Maria Riesch über die Strecke erkundigt. "Ich habe Maria gefragt, ob es wirklich so schlimm ist. Ja, sagte sie. Da habe ich mir gedacht: Na bravo!", erzählt Hölzl. Nach der ersten persönlichen Strecken-Inspektion war sie dann aber beruhigt: "Ich bin nicht schockiert. Ich mag's steil und hart."

Viktoria Rebensburg ist der Untergrund ohnehin egal. "Ich bin bereit und werde sicher Vollgas geben", sagt sie. Druck verspüre sie nicht, sie sei ja noch recht jung. Auch Hölzl meint, nach ihrer eher durchwachsenen Saison "habe ich überhaupt keinen Druck. Schlimmer kann es nicht werden". Das hat sie auch schon Maria Riesch gesagt.

© SID

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