Ski alpin WM: Letzte Chance für Miller und Maier

Ski alpin WM
Letzte Chance für Miller und Maier

Die beiden Superstars der letzten Jahre stehen bislang noch ohne Edelmetall da: Für Hermann Maier und Bode Miller geht es bei der Ski-WM im schwedischen Are heute im Riesenslalom um die letzte realistische Gold-Chance.

Sie sind die Superstars der Szene, die "Ski-Könige" der vergangenen Jahre. Doch bei der alpinen WM im schwedischen Are haben sich Bode Miller und Hermann Maier bislang nur als Auslaufmodelle präsentiert. Heute hat das Duo beim Riesenslalom seine letzte realistische Chance auf Gold - doch die Zweifel an Einstellung und Form der Pisten-Giganten sind groß.

Der US-Amerikaner Miller kehrte von den Weltmeisterschaften in St. Moritz 2003 und Bormio 2005 mit jeweils zwei Goldmedaillen nach Hause zurück, Österreichs Nationalheld Maier gewann vor zwei Jahren zum dritten Mal WM-Gold - im Riesenslalom. Keiner der beiden hat in Are jedoch bisher den Nachweis alter Klasse geliefert. Im Super-G wurde Maier Siebter, 17 Ränge vor Miller. In der Abfahrt reihte er sich als 13. sechs Plätze hinter dem US-Boy ein, der seine größte Goldchance in der Super-Kombination vergab: Als Führender nach der Abfahrt fiel er im Slalom auf Platz sechs zurück.

"Das Geschehene abhaken"

"Wir müssen das bisher Geschehene abhaken und im Riesenslalom Vollgas geben", sagt Maier. Mit "wir" meint er das bisher enttäuschende Männer-Team Österreichs, für dessen Scheitern der schwächelnde Altmeister sinnbildlich steht. Weil das programmierte Gold bei den Speed-Rennen in Are ausblieb, wurde die Mannschaft im Ganzen und Maier im Speziellen kritisiert. "Die Umstände machen es mir schwer, eine Medaille zu holen", sagt der "Herminator" deshalb: "Vielleicht schaffe ich es mit meinem aufrechten Stil."

Letzteres ist als Seitenhieb auf die Kritik Armin Assingers zu verstehen. Der Ex-Skistar und aktuelle ORF-Experte hatte Maier nach der Abfahrt passive Fahrweise vorgeworfen. Maier konterte mit einer humorigen Presseerklärung, in der er sich über Assingers Karriere lustig machte. "Die Zeit hier in Are war sehr intensiv für mich", sagt er nun. Anders als in seiner glorreichen Zeit prallt Kritik nicht mehr von ihm ab, er nimmt sie sich vielmehr zu Herzen. Neidisch blickt er auf seinen Teamkollegen Benjamin Raich. Der ist immer lieb und nett und polarisiert deshalb nicht so stark. Der Riesenslalom-Olympiasieger von Turin werde sich "hier durchsetzen, weil er in Ruhe gelassen wird", glaubt Maier. Die Gefahr, dass er selbst erstmals eine WM ohne Edelmetall verlassen wird, hält der 34-Jährige für durchaus gegeben.

"Vielleicht bin ich morgen schon tot"

Derart defensives Denken ist Miller fremd. Zweiter und Vierter war er in diesem Winter schon. Da ist Gold in der verqueren Logik des 29-Jährigen fast schon sicher. Die Konkurrenz um Kalle Palander (Finnland) und Abfahrts-Weltmeister Aksel Lund Svindal aus Norwegen beeindruckt ihn nicht. Auch im Slalom strebt er den obersten Platz auf dem Podium an. Dass er in diesem Winter nur einen einzigen von sieben Torläufen beendete, ficht ihn dabei nicht an. Zweifel bleiben.

Das lustlose Auftreten des Exzentrikers in Schweden erinnert bisher eher an Olympia 2006, wo der Favorit für alle Disziplinen leer ausging. Gelernt scheint er nichts zu haben. Zu WM-Beginn hielt er sich mal wieder länger in Bars als auf dem Trainingshang auf. Miller fand nichts dabei, er genieße das Leben, solange es geht, teilte er mit: "Vielleicht bin ich morgen schon tot." Mittlerweile soll er von Wodka auf Sushi umgestiegen sein, berichtet der schwedische Boulevard. Ob er im japanischen Fisch einen Schuss Motivation gefunden hat, wird sich im Rennen zeigen.

© SID

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