Ski alpin WM
Maria Riesch führt DSV-Aufgebot an

Bei alpinen Ski-WM, die aufgrund der Witterung erst am Sonntag mit dem Damen-Super-G startet, gehen die zwölf deutschen Athleten mit gedämpften Hoffnungen an den Start. Angeführt wird das DSV-Aufgebot von Maria Riesch.

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat seit 37 Rennen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen keine Medaille mehr geholt: Zwölf Athleten sind nun zur WM ins schwedische Are gereist, um das "Unternehmen Edelmetall" in Angriff zu nehmen und den Bann zu brechen. Dabei haben die DSV-Starter mit einigen Problemen zu kämpfen - wie auch die WM selbst: Der Super-G der Männer wurde zum Auftakt abgesagt und wird wohl am Montag nachgeholt.

Somit greifen zunächst am Sonntag die Damen im Super-G an. Allen voran Maria Riesch, die Alpindirektor Wolfgang Maier als "unsere Leaderin" bezeichnet, hat Schwierigkeiten. Mit ihrem Sieg im Dezember bei der Abfahrt im amerikanischen Lake Louise hat sie früh wieder Hoffnungen geweckt. Seitdem war die 22-Jährige aber nur noch einmal in den Top 10. "Ich habe in den letzten Rennen nie von oben bis unten durchgezogen und nie das gezeigt, was ich kann, weil ich immer einen Hund reingehaut habe", sagt die Partenkirchenerin.

Was Maria Riesch einen "Hund" nennt, umschreibt Alpindirektor Wolfgang Maier so: "Sie macht einfache, billige Fehler. Nach ihren Verletzungen steht sie noch nicht hundert Prozent locker auf dem Ski." Zwei Kreuzbandrisse binnen zwei Jahren haben bei Maria Riesch Spuren hinterlassen. "Es wäre ungerecht, eine Medaille von ihr zu erwarten", sagt Maier deshalb.

Riesch mit Respekt vor der Piste

Zumal Riesch vor den weiten Sprüngen und der oft schlechten Sicht auf der "Damstörtloppet" großen Respekt hat. Dennoch: Auf den Super-G am Sonntag freue sie sich am meisten, meint sie, "da rechne ich am ehesten mit einer guten Platzierung". Von Edelmetall will sie aber nicht sprechen: "Ich fühle mich sehr gut, aber ich denke nicht, dass ich eine Kandidatin für eine Medaille bin."

Obwohl der DSV in den Slalom-Spezialisten Alois Vogl (Zwiesel), Felix Neureuther (Partenkirchen), Monika Bergmann-Schmuderer (Lam) und Annemarie Gerg (Lenggries) sowie Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) im Riesenslalom Außenseiterchancen auf Edelmetall hat, spricht auch Maier nicht gerne vom Podium. "Wir wollen keinen Medaillendruck auf die Athleten ausüben. Aber ich verlange, dass wir hier Highlights abliefern, wie es uns im Saisonverlauf schon gelungen ist mit Platzierungen unter den Top fünf."

Haltmayr und Keppler angeschlagen

Der DSV kommt mit der Empfehlung der vier Podestplätze von Riesch, Gerg, Neureuther und Vogl nach Mittelschweden. Das sind zwei mehr als in der kompletten letzten Saison. Doch vor allem in den Speed-Disziplinen herrscht große Not. Riesch fährt neben der Spur, Petra Haltmayr (Rettenber) und Stephan Keppler (Ebingen) sind nach bösen Stürzen im Vorfeld der Titelkämpfe angeschlagen.

"Der Fuß hat noch nicht wieder die Originalform und ist noch leicht angeschwollen", sagt Haltmayr, die an einem Außenbandriss laboriert, aber am Sonntag neben Riesch und der erst 19 Jahre alten Gina Stechert (Oberstdorf) antreten will. Auch Keppler ist "zuversichtlich, dass ich starten kann". Sein Kahnbeinbruch an der rechten Hand wird mit einer Manschette geschützt, Prellungen am Rücken und eine Hüftverletzung schmerzen noch. "Ob ich starten kann, werden wir am Samstag direkt vor dem Rennen entscheiden", sagt er.

© SID

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