Ski alpin WM
Maria Riesch: "Ich bin wieder aufgestanden"

Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch zeigte sich im Interview nach dem Triumph bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Val d'Isere erleichtert und euphorisch zugleich.

Enttäuschungen, Verzweiflung, Resignation - für Maria Riesch liefen die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Val d'Isere lange Zeit alles andere als optimal. Am Ende allerdings wendete sich doch noch alles zum Guten, holte die 24-Jährige im Slalom die lang ersehnte Gold-Medaille. Entsprechend euphorisch äußerte sich die Weltmeisterin im Interview danach. "Ich kann das selbst nicht begreifen. Das ist sportlich der schönste Tag meines Lebens", sagte Riesch, die auch zugab, eigentlich nicht mehr wirklich an den großen Wurf geglaubt zu haben.

Frage: "Maria Riesch, nach vier Enttäuschungen in vier Rennen haben Sie endlich Ihre WM-Medaille, dazu noch aus Gold ..."

Maria Riesch: "Das ist eine riesige Erleichterung, da sind ganze Felsbrocken runtergepurzelt. Das waren zwei schwere Wochen für mich. Ich hatte Momente, in denen ich gezweifelt habe und psychisch völlig platt war. Der Druck war groß, es gab ja Zeitungen, die geschrieben haben, dass ich hier vier Medaillen hole. Nach dem Riesenslalom war ich dann am Tiefpunkt und habe selbst nicht mehr an eine Medaille geglaubt. Aber ich bin wieder aufgestanden."

Frage: "Hat Sie die unerwartete Goldmedaille von Kathrin Hölzl im Riesenslalom eher gehemmt oder beflügelt?"

Riesch: "Das war eher Motivation und hat mir den Druck erstmal genommen. Das hat mir sehr geholfen für den Slalom. Aber ich wollte auch eine Medaille für mich gewinnen. Der eigene Erwartungsdruck war deshalb nach wie vor groß."

Frage: "Sie und Katy Hölzl sind Freundinnen. Ist da geteilte Freude doppelte Freude?"

Riesch: "Es ist mir nicht schwer gefallen, mich mit Katy zu freuen. Umso brutaler ist es, dass ich jetzt noch nachgelegt habe. Sie hat mir vor dem Rennen noch gesagt, dass ich es ihr nachmachen werde. Aber sie hat das nicht so richtig ernst gemeint. Irgendwie habe ich ja selbst nicht mehr richtig dran geglaubt."

Frage: "Vor allem, als Sie nach dem ersten Lauf nur Sechste waren?"

Riesch: "Ja, das Rennen war verdammt hart. Ich hatte zwar eine gute Ausgangsposition, aber dass es noch zu Gold reicht - Wahnsinn! Das ist völlig unglaublich, ein Traum. Ich musste so lange zittern, bis alle anderen im Ziel waren. Ich bin Weltmeisterin, das ist echt der Hammer. Ich kann das selbst nicht begreifen. Das ist sportlich der schönste Tag meines Lebens."

Frage: "Wie geht es nun für Sie weiter?"

Riesch: "Wir haben in dieser Saison sicher noch einiges vor. Es gibt noch sehr viel zu gewinnen in diesem Winter. Wir werden uns zusammenreißen und versuchen, noch etwas zu holen.

© SID

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