Ski alpin WM
Neureuther bei Matt-Sieg ausgeschieden

Mario Matt heißt der neue Weltmeister im Slalom. Der Österreicher siegte bei der alpinen Ski-WM in Are vor Manfred Moelgg und Jean-Baptiste Grange. Felix Neureuther schied im zweiten Lauf aus und ging leer aus.

Felix Neureuther hat die große Chance auf eine Medaille bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften im schwedischen Are verpasst. Der 22 Jahre alte Partenkirchener, der nach dem ersten Lauf des Slaloms auf Rang zwei gelegen hatte, schied nach Zwischenbestzeit im zweiten Durchgang aus. Gold gewann der Österreicher Mario Matt.

"Es ist saublöd, verdammt bitter"

"Es ist saublöd, verdammt bitter. Ich wusste, wenn ich runterkomme, habe ich eine Medaille", sagte Neureuther. Er kam nicht runter, gab aber auch unumwunden zu, dass Edelmetall ohnehin weg gewesen wäre: "Ich habe vor dem Ausfall schon eingefädelt."

Während sich bei der deutschen Mannschaft erst Entsetzen und dann Fassungslosigkeit breit machte, weil schon im ersten Durchgang Alois Vogl (Lohberg) ausgeschieden war, durfte Österreich nach vielen Demütigungen endlich über das erste Gold bei den Männern jubeln. Mario Matt gelangen auf der tückischen Piste "Olympia" zwei Läufe wie von einem anderen Stern. Der Weltmeister von 2001 siegte überlegen vor Manfred Moelgg aus Italien (1,81 Sekunden zurück) und Jean-Baptiste Grange aus Frankreich (2,21). Olympiasieger und Titelverteidiger Benjamin Raich belegte Rang vier (2,24).

Silber und Bronze für zwei Außenseiter, zahlreiche Favoriten ausgeschieden oder mit Fehlern - es wäre die Chance gewesen für den deutschen Hoffnungsträger, endlich die erste Einzel-Medaille für den Deutschen Skiverband (DSV) nach 46 Rennen zu gewinnen. "Die Chance war supergut und so groß wie in den letzten Jahren nicht", betonte Cheftrainer Werner Margreiter, brummte mehrmals "Sch..." vor sich hin und murmelte: "Wenn er das runterbringt...". Brachte er nicht - doch Vorwürfe an Neureuther gab es deswegen nicht. "Er hat alles riskiert", sagte Margreiter.

"Ich musste attackieren"

Ohne eine aggressive, riskante Fahrweise ist im Slalom nichts zu gewinnen. "Ich musste attackieren", sagte Neureuther, obwohl gar keine Entschuldigung nötig war: Denn nach dem ersten Lauf lagen die Fahrer auf den Rängen zwei bis zehn so nah zusammen, dass Taktieren nicht in Frage kam. "Er hat gemacht, was er machen wollte und auch machen musste. Er hat angegriffen", sagte Cheftrainer Margreiter - und Neureuther ergänzte: "Wenn man eine Medaille will, muss man das so machen." Zumal sich der 22-Jährige seiner Sache so sicher war: "Ich wusste gar nicht, wie ich hier ausscheiden soll."

Bei der Entscheidung reichte eine der kleine Unachtsamkeiten, wie sie im Slalom häufig vorkommen, aber nicht mehr zu korrigieren sind - und Neureuther war draußen. Der Frust saß anschließend tief. "Ich werde brutal zum Saufen gehen", kündigte er an, zumal er auch eine zweite "Chance" verstreichen ließ: Beim Verlassen des Zielraums stand an der Seite ihrer Eltern König Carl XVI. Gustav und Königin Silvia die schwedische Kronprinzessin Victoria. Prompt schenkte ihr Neureuther seine Startnummer. "Leider habe ich meine Telefonnummer nicht drauf geschrieben", sagte er schmunzelnd.

Vogl: "Ich war nicht locker genug"

Es war eindeutig nicht der Tag der deutschen Ski-Rennläufer. Alois Vogl, wie Neureuther allemal fähig, die erste Einzel-Medaille der Alpinen seit Bronze von Martina Ertl bei der Olympia-Kombination 2002 zu gewinnen, musste sich bereits nach fünf Fahrsekunden aus dem großen Kreis der Anwärter auf einen "Stockerl"-Platz verabschieden. Dabei waren das anspruchsvolle Gelände und die tückischen Kurse wie auf ihn zugeschnitten. "Hier wäre was für mich drin gewesen", sagte der Routinier deshalb niedergeschlagen und verärgert, stellte dann aber auch fest: "Ich war nicht locker genug."

Mit der Lockerheit hatte Mario Matt erneut kein Problem. Schon bei "seiner" WM 2001 in St. Anton hatte der "Adler vom Arlberg" dem Druck einer ganzen Nation standgehalten und war praktisch vor seiner Haustür zu Gold im Slalom gefahren. Danach folgten Rückschläge, vor allem durch Verletzungen, doch aufgeben kam für den 27-Jährigen nie in Frage - und in dieser Saison fand er zu alter Stärke zurück: "Es ist ein verrücktes Gefühl. Ich habe harte Zeiten durchgemacht, aber ich habe nie daran gezweifelt, wieder ganz oben zu stehen."

© SID

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