Ski alpin WM
Neureuther und Vogl hoffen auf Überraschungs-Coup

"Ein kleines Team mit großem Potenzial" nennt Cheftrainer Werner Margreiter seine Schützliinge Felix Neureuther und Alois Vogl. Heute kann das Duo beim alpinen WM-Slalom den Beweis für diese Einschätzung antreten.

Viel gemeinsam habe die beiden nicht gerade. Genau genommen könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite der junge Draufgänger, der immer einen lockeren Spruch drauf hat, auf der anderen Seite der erfahrene Ruhepol, der einzig auf der Piste aus sich heraus geht. Doch Felix Neureuther und Alois Vogl haben dasselbe Ziel: Sie kämpfen beim heute beim WM-Slalom und am Sonntag mit dem Team um Medaillen - und haben gute Chancen.

Wenn Männer-Cheftrainer Werner Margreiter von seinem "kleinen Team mit großem Potenzial" spricht, denkt er vor allem an sein Duo im Torlauf. Vogl gehört schon seit Jahren zu den besten Tänzern im Stangenwald und Neureuther ist in diesem Winter in die Weltspitze vorgestoßen. "Beide können unter die besten fünf fahren. Bei einem Weltcup-Rennen, aber auch bei dieser WM", sagt Margreiter.

Negativer Höhepunkt bei den Olympischen Spielen 2006

Bei Neureuther hatten da viele schon Zweifel. 2003 war er in St. Moritz bei seinen ersten Weltmeisterschaften mit 18 Jahren und Laufbestzeit im Slalom-Finale auf Platz 15 gestürmt. Doch er löste das Versprechen nicht ein, das er als Jungstar gab - nur mit dem Team gelang ihm bei der letzten WM 2005 der Gold-Coup.

Der negative Höhepunkt folgte bei den Olympischen Spielen 2006, als er bei zwei Starts zweimal ausschied. Auch beim Riesenslalom in Are ereilte den Partenkirchener dieses Schicksal - doch der Neureuther 2007 ist ein anderer, als der Neureuther der Vergangenheit.

Der nun 22-Jährige hat sich seine Risikobereitschaft bewahrt, fährt aber verhaltener, wenn er es muss. Klüger könnte man das auch nennen. Schon die Vorbereitung auf die WM-Saison ging er mit einem Schuss mehr Professionalität an. Dazu kam das Glück, dass er sich nicht verletzte - und mit Hans-Peter Habersatter einen Servicemann dazu bekam, den man einen Material-Guru nennen darf.

Top-Resultate sprechen für Neureuther

Beim zweiten Slalom der Saison in Beaver Creek fuhr Neureuther als Dritter zum ersten Mal aufs Podium. In Kitzbühel etablierte er sich mit den Plätzen sechs und fünf endgültig unter den Besten. Seine Eltern, die ehemaligen Ski-Asse Christian Neureuther und Rosi Mittermaier, wollen trotzdem ein paar Kerzen für Felix aufstellen. "Das ist für uns zum Ritual geworden", meint der Vater. Nach Are kommen sie nicht, "er hat schon genug Druck", sagen sie.

Neureuther fühlt sich "dem Druck gewachsen. Ich möchte um die Medaillen mitkämpfen." Als Favoriten nennt er den Schweden Jens Byggmark und Benjamin Raich (Österreich) - beide haben in diesem Winter zwei Torläufe gewonnen, derzeit aber Probleme. Byggmark plagte in dieser Woche eine fiebrige Erkältung, Raich dürfte nach bisher schwachem Abschneiden verunsichert sein. "Mit uns jedenfalls kann man rechnen", meint Neureuther.

Sechstes WM-Rennen für Vogl

Alois Vogl würde das nie so deutlich sagen. Der Mann aus Zwiesel will meist nur "Gas geben" - auf der Piste, versteht sich. Abseits zieht er sich gerne zurück. "Das will ich hier nicht ändern, nur weil das eine WM ist." Der Slalom am Samstag ist Vogls sechstes WM-Rennen. Nur beim Slalom 1997 kam er durch - und wurde 14..

In diesem Winter beendete er von sieben Torläufen nur zwei, in Kitzbühel aber wurde er Dritter. "Das war sehr wichtig für mich", sagt er. Die Sicherheit sei wieder da, das Gefühl für die Ski, das man so schwer beschreiben kann. Und auch wenn er nicht gerne davon spricht: Tief in seinem Innern weiß auch der 34 Jahre alte Alois Vogl, dass ihn sein Gefühl am Samstag auf das Podium führen kann.

© SID

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