Ski alpin WM: Norweger Svindal gewinnt WM-Riesenslalom in Are

Ski alpin WM
Norweger Svindal gewinnt WM-Riesenslalom in Are

Nach seinem Erfolg in der Abfahrt hat sich der Norweger Aksel Lund Svindal auch den WM-Titel im Riesenslalom gesichert. Im schwedischen Are verwies Svindal die Schweizer Daniel Albrecht und Didier Cuche auf die Plätze.

Norwegens Aushängeschild Aksel Lund Svindal ist bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften im schwedischen Are mit seinem zweiten Titel in die Fußstapfen der Dreifach-Siegerin Anja Pärson getreten. Nur drei Tage nach seiner Siegesfahrt in der Königsdisziplin Abfahrt gewann der 24 Jahre alte Allrounder auch Gold im Riesenslalom. "Das war wieder ein guter Tag für Norwegen", sagte Svindal gelassen nach seinem klaren Triumph vor zwei Schweizern: Kombi-Weltmeister Daniel Albrecht gewann mit 0,48 Sekunden Rückstand Silber, Bronze ging an Didier Cuche (0,92 Sekunden zurück).

Debakel für Österreich

Während der deutsche Hoffnungsträger Felix Neureuther im ersten Durchgang ausschied, erlebten die österreichischen Männer am Tag nach Riesenslalom-Gold durch ihre Mannschaftskollegin Nicole Hosp das größte Debakel ihrer WM-Geschichte: Olympiasieger Benjamin Raich schied aus, Titelverteidiger Hermann Maier belegte als Bester des rot-weiß-roten "Powerteams" nur Rang 21 - so miserabel schnitt die bereits in der Abfahrt schwer gedemütigte Alpin-Großmacht seit der ersten WM vor 76 Jahren nicht ab.

Dagegen nutzte Svindal, derzeit Führender im Gesamt- und im Riesenslalom-Weltcup, die Gunst der Stunde wie schon in der Abfahrt im Stile eines Champions. Vierter war er nach dem ersten Lauf hinter Albrecht, Francois Bourque (Kanada) und Marc Berthod (Schweiz). "Im zweiten muss ich jetzt verdammt schnell fahren", wusste er. Gesagt - getan. Dem Kraftpaket aus Kjeller ("Keller") gelang ein Traumlauf. "Als ich im Ziel war, wusste ich: Das könnte Gold sein", sagte er: "Die anderen mussten verdammt schnell sein, um mich zu schlagen."

Svindals Konkurrenz verkrampft

Die Konkurrenz freilich verkrampfte: Bourque schied im zweiten Lauf aus, Berthod fiel zurück wie vor ihm schon Bode Miller (USA), der zunächst aussichtsreicher Sechster war, dann aber auf Rang 15 durchgereicht wurde. "Aksel", formulierte es sein Technik-Trainer Öyvind Rognmo drastisch, "hatte eine Rakete im A.....". Und Svindal bewies, dass er in die Fußstapfen seiner berühmten Vorgänger Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus treten kann, die gemeinsam 8-mal Gold und insgesamt 23 Medaillen bei Weltmeisterschaften gewannen.

"Herminator" Maier dagegen gab ein Bild des Jammers ab. Seit 1998 gewann er mindestens eine Medaille bei jeder Großveranstaltung, an der er teilnahm, darunter 5-mal Gold - diesmal ging er leer aus. Im Zielraum von Are wirkte er deshalb, als sei seine Ära nur zwölf Monate nach Silber und Bronze bei Olympia 2006 vorbei. "Das war ja nur eine Frage der Zeit. Irgendwann ist es halt nicht mehr möglich, Übermenschliches zu vollbringen. Mir hat die Spritzigkeit gefehlt, das reicht nicht, wenn alle am Limit fahren", klagte er.

Neureuthers Angriffsgeist bleibt unbelohnt

Ganz so niedergeschlagen war Felix Neureuther nicht. Der Partenkirchener allerdings vergab bereits im ersten Lauf eine große Chance: Beherzt stürzte er sich die Piste "Olympia" herunter, seine Fahrt hätte ihn wohl unter die ersten Fünf gebracht, doch fünf Tore vor dem Ziel schied der 22-Jährige aus. "Sehr, sehr schade", sagte Cheftrainer Werner Margreiter. "Heute wäre viel mehr drin gewesen", wusste auch Neureuther: "Ich wollte voll angreifen, das ist leider in die Hose gegangen."

Stephan Keppler (Ebingen), der sich als Zehnter der erstmals ausgefahrenen Qualifikation die Startberechtigung für das WM-Rennen gesichert hatte und nach dem ersten Lauf 36. war, schied im zweiten Lauf aus. Neureuther richtete unterdessen seinen Blick bereits auf den Slalom am Samstag: "Ich habe gesehen, dass ich mit diesem Hang zurechtkomme."

© SID

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