Ski alpin WM: Pärson fährt bei WM in Are zum Heimsieg

Ski alpin WM
Pärson fährt bei WM in Are zum Heimsieg

Die Schwedin Anja Pärson hat bei der Ski-WM in Are ihren Titel im Super-G erfolgreich verteidigt. Die 25-Jährige gewann Gold vor Lindsey Kildow (USA) und Renate Götschl. Beste Deutsche war Maria Riesch auf Platz zehn.

Ski-Rennläuferin Anja Pärson aus Schweden hat vor heimischem Publikum in Are etwas überraschend ihren WM-Titel im Super-G erfolgreich verteidigt. Die 25 Jahre alte Allrounderin, die in der bisherigen Weltcup-Saison enttäuschte, siegte in 1:18,85 Minuten klar vor den beiden großen Favoritinnen: Lindsey Kildow aus den USA gewann mit 0,32 Sekunden Rückstand Silber, Bronze ging an Renate Götschl aus Österreich (0,53 Sekunden zurück). Für Pärson ist es ihr fünfter WM-Triumph, der sie auf eine Stufe mit ihrem legendären Landsmann Ingemar Stenmark stellt.

Während sich Maria Riesch (Partenkirchen) als beste der drei deutschen Läuferinnen über ihren durchaus respektablen zehnten Rang nicht so recht freuen wollte, überraschte die ein wenig verdatterte Siegerin nicht zuletzt sich selbst: "Es ist unglaublich, ich hatte ja so eine schlechte Saison", sagte Pärson.

"Es wäre mehr drin gewesen"

Die deutschen Damen sahen das Siegertreppchen erwartungsgemäß nur aus der Ferne, Cheftrainer Mathias Berthold war nach dem ersten WM-Rennen nicht einmal unzufrieden mit Riesch und den Platzierungen der am Sprunggelenk verletzten Petra Haltmayr (Rettenberg/15.) und der nachnominierten Debütantin Gina Stechert (Oberstdorf/24.). "Wir können insgesamt einigermaßen zufrieden sein, das war okay", sagte der Österreicher. Maria Riesch wollte da aber nicht beipflichten: "Es wäre mehr drin gewesen."

In der Tat: Der Partenkirchenerin gelang auf der "WM-Strecke" am Areskutan ihre beste Saisonplatzierung im Super-G, der Rückstand auf Anja Pärson von 1,33 Sekunden hätte freilich viel geringer sein können. Doch schon kurz nach dem Start leistete sich die 22-Jährige einen schweren Patzer, aller Mut, aller Kampf half von da an nicht weiter. "Der Traum war geplatzt, als ich an diesem Tor vorbei war", erkannte sie und trauerte einer eher unverhofften Chance nach: "Mit einer guten Fahrt hätte ich auf eine Medaille spekulieren können."

"Ein nächster Schritt an die Spitze"

Der Patzer von Maria Riesch gleich zu Beginn ärgerte auch den Cheftrainer: "Wir haben es ihr extra nochmal gesagt", teilte er mit. Doch Mathias Berthold sah auch viel Positives: "Das Rennen gibt der Maria Auftrieb, das ist gut für ihre Psyche." In der Tat traute sich die Partenkirchenerin schon wesentlich mehr zu als zuletzt bei ihren zögerlichen Fahrten im Weltcup. "Sie hat sich jetzt kontinuierlich gesteigert, das war ein nächster Schritt zurück an die Spitze. Das hat sie in einem wichtigen Rennen toll gemacht", sagte Berthold.

Alle Zweifel auf einmal wischte derweil Anja Pärson weg. Erst im August am Knie operiert, fand sie auch auf Grund von anhaltenden Materialproblemen nicht so recht in die Saison. Zwei Wochen vor der WM, für die sie sich so viel vorgenommen hatte, nahm sie sich sogar eine Auszeit. "Ich war schon etwas überrascht, dass sie nicht noch mehr verzweifelt war", sagte ihr Vater und Trainer Anders mit Blick auf die zahlreichen Probleme - und erhielt erst einmal den Dank der Tochter: "Er ist ein brutal guter Coach."

Allen Widrigkeiten zum Trotz fuhr die Slalom-Olympiasiegerin von 2006 nun bereits zu ihrer siebten WM-Medaille, zum fünften Mal war es die goldene. Anja Pärson zog damit mit der lebenden Legende des alpinen Ski-Rennsports gleich, ihrem Landsmann Ingemar Stenmark. Der Weltcup-Rekordhalter (86 Siege) stammt ebenfalls aus dem Örtchen Tärnaby und ist längst ein guter Freund geworden.

© SID

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