Ski alpin WM
Pärson triumphiert auch in der Super-Kombination

Nach ihrem Erfolg im Super-G hat Anja Pärson ihr zweites WM-Gold gewonnen. Die Schwedin holte sich in Are auch den Sieg in der Super-Kombination vor Julia Mancuso (USA) und Marlies Schild (Österreich).

Zur Feier des Tages bekam das begeisterte Publikum erneut den "Säl", den "Seehund" zu sehen. So nennen sie in Schweden jenen Bauchklatscher, mit dem Anja Pärson ihre Siege feiert. Bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Are warf sich die 25-Jährige am Freitagnachmittag bereits zum zweiten Mal in den Schnee. Nach Gold im Super-G gewann sie in Abwesenheit von Titelverteidigerin Janica Kostelic aus Kroatien auch Gold in der Super-Kombination. Damit hat die nunmehr sechsfache Weltmeisterin ihren legendären Landsmann Ingemar Stenmark überholt, der es auf fünf WM-Titel brachte.

Während Maria Riesch als beste Deutsche mit Rang sieben ein Resultat im Rahmen ihrer derzeitigen Möglichkeiten erreichte, fuhr Pärson auf dem Weg zum zweiten WM-Gold in einer anderen Liga. "Es ist unglaublich, super. Ich habe hier auf eine Goldmedaille gehofft, aber zwei Goldmedaillen zu gewinnen, das ist ein Traum", sagte sie. Mit der Gesamtzeit 1:57,69 Minuten lag die Slalom-Olympiasiegerin am Ende 0,81 Sekunden vor Riesenslalom-Olympiasiegerin Julia Mancuso aus den USA und 0,85 Sekunden vor Marlies Schild aus Österreich.

Rang 21 für Fanny Chmelar

Maria Riesch fehlten immerhin 1,48 Sekunden zu Bronze. Mit ihrem siebten Rang in der "Super-Kombi" war die Partenkirchenerin "alles in allem zufrieden", räumte dann aber auch ein, dass sie sich insgeheim eine bessere Platzierung vorgestellt hatte: "Bei einer WM erhofft man sich halt doch mit etwas Glück eine Medaille". Doch um diesem Traum nahe zu kommen, habe "im Slalom halt die letzte Attacke gefehlt". Vereinskollegin Fanny Chmelar belegte bei ihrem WM-Debüt Rang 21, Gina Stechert (Oberstdorf) schied im Slalom aus.

Anja Pärson legte den Grundstein zu ihrem sechsten WM-Gold bereits bei der Abfahrt. In 1:11,00 Minuten fuhr sie die Konkurrenz in Grund und Boden und gilt nun auch als große Favoritin auf den Sieg in der Spezialabfahrt am Sonntag (12.30 Uhr/live bei ARD und Eurosport). Auch in den zwei bisherigen Trainingsläufen hatte die Schwedin auf der WM-Strecke am Areskutan mit Bestzeit geglänzt. Eine Goldmedaille in der "Königsdisziplin" war bislang der erklärte, große Traum der Allrounderin - es ist der einzige Titel, der ihr noch fehlt.

Maier lobt Riesch

In der Kombinationsabfahrt hatte Pärson einen großen Vorspung von 0,95 Sekunden auf Mancuso und 1,91 Sekunden auf Marlies Schild herausgefahren - dennoch gab sie sich zur Halbzeit eher reserviert: "Im Slalom war ich in diesem Winter ein wenig unsicher." Die Sorgen waren unbegründet. Der Olympiasiegerin im Torlauf, die vor Are schon WM-Gold im Riesenslalom (2005, 2003), im Super-G (2005) und Slalom (2001) gewonnen hatte, reichte zum sechsten WM-Sieg eine Routine-Fahrt, sie gab aber zu: "Das war der schwierigste Lauf meines Lebens. Ich wusste aber auch, dass ich auf diesem Berg die Schnellste der Welt bin."

Die Chancen von Maria Riesch auf eine Medaille waren minimal, die Partenkirchenerin zeigte in der Abfahrt aber eine gute Leistung und platzierte sich auch dabei mit 1,35 Sekunden Rückstand auf die führende Pärson auf dem siebten Rang. "Das war sehr ordentlich, sie wird von Fahrt zu Fahrt besser", lobte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier auch mit Blick auf die Spezialabfahrt am Sonntag (12.30 Uhr, live ARD/Eurosport). "Bis Sonntag muss ich aber noch ein bisschen zulegen", erklärte Riesch.

Chmelar reist ab

Für Fanny Chmelar war der Start in der Super-Kombination derweil der erste und zugleich letzte Einsatz in Are. Die Partenkirchenerin wird Schweden am Samstag verlassen und die Heimreise antreten. "Ihre Leistungen entsprechen im Moment nicht dem, was wir uns von ihr erwarten", begründete Damen-Cheftrainer Mathias Berthold diese Maßnahme. Chmelar sollte eigentlich sowohl am Sonntag in der Abfahrt als auch in der kommenden Woche beim Slalom noch an den Start gehen.

© SID

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