Ski alpin WM: Riesch geht mit Außenseiter-Chance in die Abfahrt

Ski alpin WM
Riesch geht mit Außenseiter-Chance in die Abfahrt

Maria Riesch will heute in Are das Unmöglich möglich machen und in der WM-Abfahrt der Damen ihre Außenseiter-Chance nutzen. Die Konkurrenz ist aber namhaft - allen voran Doppel-Weltmeisterin Anja Pärson.

Die deutschen Ski-Fans drücken heute besonders Maria Riesch die Daumen. Weil ihre Teamkolleginnen zu jung, noch nicht wieder fit oder bereits abgereist sind, ruhen die spärlichen Hoffnungen des Deutschen Skiverbandes (DSV) bei der WM-Abfahrt alleine auf den Schultern der Partenkirchenerin: "Es ist nicht gerade toll, dass wir hier nicht alle in der Spitze fahren", sagt Riesch. "Aber ich selbst kann trotzdem vorne dabei sein." Ein Platz unter den besten Zehn wäre okay, fügt sie an. "Richtig zufrieden bin ich aber nur, wenn ich in die Top fünf fahre."

Haltmayr angeschlagen, Stechert soll Erfahrung sammeln

Von den beiden anderen DSV-Athletinnen ist keine Top-Leistung zu erwarten. Die Rettenbergerin Petra Haltmayr startet bei ihrer dritten WM-Abfahrt mit einem Außenbandriss im linken Sprunggelenk und Gina Stechert soll bei ihrer ersten WM nur Erfahrung sammeln. Fanny Chmelar, für Startplatz vier vorgesehen, aber völlig außer Form, wurde schon nach Hause geschickt.

"Für mich ändert das aber überhaupt nichts", behauptet Maria Riesch. Sie geht mit der Gewissheit ins Rennen, sich bei den Tests auf dem Areskutan, dem WM-Berg in Are, stetig gesteigert zu haben. Die Plätze elf und acht belegte sie bei den beiden Trainingsläufen, in der Kombinationsschussfahrt war sie Siebte, das dritte Training am Samstag musste wegen schlechter Sicht abgesagt werden. "Ich weiß aber, wo ich noch etwas Zeit herausholen kann", meint Maria Riesch, "und das gibt mir Selbstvertrauen."

"Fortschritte sind offensichtlich"

Überhaupt ist die Maria Riesch von Are kaum mehr mit der Maria Riesch zu vergleichen, die man noch bei den letzten Speed-Rennen im Weltcup gesehen hatte. Nach zwei Kreuzbandrissen fällt es ihr zwar noch immer ab und zu schwer, sich zu überwinden. Allzu zögerliches Fahren ist aber nur noch sehr selten von der 22-Jährigen zu sehen. "Die Fortschritte sind offensichtlich. Ich stehe ganz anders auf dem Ski und fahre viel offensiver und aktiver. Außerdem liegt mir die Strecke hier", sagt sie.

Pärson plant dritten Coup

Doch die internationale Konkurrenz ist sehr groß. Sollten sich die Favoritinnen keine Blöße geben, ist für Maria Riesch wohl kaum mehr als eine Platzierung unter den besten Acht möglich. Die beiden US-Girls Lindsey Kildow und Julia Mancuso, die "Speed-Queen" Renate Götschl (Österreich) sowie die starke Schweizerin Nadia Styger sind für Riesch kaum zu packen - und dann ist da ja noch Anja Pärson.

Nach zwei Siegen in zwei Rennen und Bestzeiten in den beiden Trainingsläufen sowie der Kombinationsabfahrt ist "Super-Anja" die heißeste Anwärterin auf Gold. "Ich bin in der Form meines Lebens", sagt die Schwedin. In der Abfahrt sei sie außerdem noch nie so gut unterwegs gewesen, wie derzeit.

Vor Renate Götschl, die die letzten drei Weltcup-Abfahrten vor der WM gewonnen hat, hat zumindest Pärsons Vater Anders keine Angst mehr. "Noch vor ein paar Wochen haben wir uns ihr gegenüber absolut machtlos gefühlt. Jetzt hat sie das gleiche Gefühl Anja gegenüber", sagt er.

"Anja ist schnell, aber wir werden Risiko gehen und alles tun, um sie zu schlagen", versprach Mancuso auch im Namen ihrer Kollegin Kildow. Drei Abfahrtssiege haben die US-Amerikanerinnen in diesem Winter schon geholt. Realistische Chance hin oder her - auch Maria Riesch hat sich vorgenommen, die Anja-Festspiele in Are zu beenden: "Sie ist zwar fast unschlagbar. Aber irgendwann ist es auch mal gut mit den Goldmedaillen. Ich werde jedenfalls dagegenhalten."

© SID

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