Ski alpin WM
Riesch sieht bei Abfahrt "nur Außenseiterchancen"

Ski-Ass Maria Riesch bleibt nach ihrem vierten Platz in der Super-Kombination wenig Zeit zum Verschnaufen. Heute bei der Abfahrt sieht die 24-Jährige "nur Außenseiterchancen".

Nach ihrem enttäuschenden vierten Platz und dem dadurch verpassten Podestplatz in der Super-Kombination bleibt für Maria Riesch nicht viel Zeit zum Trauern. Heute steht in Val d'Isere die Königsdisziplin Abfahrt auf dem Programm, in der sich die große Hoffnung des deutschen Skisports wohl über einen vierten Rang freuen würde.

"In der Abfahrt habe ich sicher nur Außenseiterchancen", gibt die beste deutsche Rennläuferin vor der Schussfahrt auf der Strecke "Rhone-Alpes" (13.00 Uhr/live in der ARD und bei Eurosport) zu. Vor wenigen Wochen war die zweimalige Weltcup-Abfahrtssiegerin noch zu den Medaillenkandidatinnen gezählt worden. Doch nach den bisherigen Erfahrungen von Riesch im Iseretal ist es wenig wahrscheinlich, dass die 24-Jährige am Sonntag unter die Top sechs fährt und anschließend auf dem Marktplatz des kleinen Ski-Orts geehrt wird.

"Voll auf den Slalom konzentrieren"

Riesch will sich deshalb "voll auf den Slalom konzentrieren". Beim Torlauf am Samstag gehört sie nach vier Siegen in sieben Rennen des Winters zu den Favoritinnen, obwohl sie bei der Kombination "den schlechtesten Slalom gefahren ist, den ich je von ihr gesehen habe", wie Cheftrainer Mathias Berthold meinte. Überhaupt war der Coach mit Riesch unzufrieden. "Vier, fünf vernünftige Abfahrtsschwünge - sonst war nichts dabei", meinte er nach der Kombi, und forderte: "Sie muss mal wieder richtig gut skifahren."

Am Samstag hatte Riesch dazu noch keine Gelegenheit, weil das letzte Abfahrtstraining abgesagt wurde, um die beanspruchte Strecke zu schonen. "Das ist nicht tragisch. Ich habe mir die Piste bereits bei der Super-Kombi gut angesehen", meinte Riesch: "Das war ein sehr gutes Training." Sie nutzte die Absage spontan zu einem freien Tag und kurierte die letzten Nachwehen ihres Trainingssturzes aus.

DSV-Präsident Hörmann begrüßt Trainingsabsage

Für Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), nicht die schlechteste Idee. "Es ist das Wichtigste, dass Maria voll genesen kann", sagte er. Hörmann hält weiter große Stücke auf seine Vorzeigeathletin. "Wir sind mit dem Ziel angereist, eine Medaille zu holen. Maria Riesch war, ist und bleibt dafür die Favoritin. Sie ist erfahren, ehrgeizig und engagiert genug, um es zu schaffen", meinte der DSV-Chef. Hörmann hofft dabei in erster Linie auf den Slalom.

In der Abfahrt ist Rieschs Freundin Lindsey Vonn die Favoritin. Die Amerikanerin hat zu WM-Beginn den Super-G auf der "Rhone-Alpes" gewonnen, und auch in der Kombination griff sie als Schnellste nach der Abfahrt nach Gold, ehe sie beim Slalom ein Tor verpasste und disqualifiziert wurde. "Wir leiden gemeinsam", teilte Vonn darauf mit Blick auf die geknickte Riesch mit, "aber Maria wird hier nicht ohne Medaille weggehen". Und wenn sie bis zum Slalom warten muss.

© SID

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