Ski alpin WM
Schweizer Albrecht holt Gold in der Super-Kombi

Mit einem phänomenalen Slalom-Lauf hat sich der Schweizer Daniel Albrecht die Goldmedaille in der Super-Kombination bei der WM im schwedischen Are gesichert. Bode Miller ging trotz Führung nach der Abfahrt leer aus.

Überraschend hat der Schweizer Daniel Albrecht die Goldmedaille in der Super-Kombination bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Are gewonnen. Nach Anja Pärson (Schweden) sowie Patrick Staudacher (Italien) in den Super-G-Rennen gelang dem 23-Jährigen damit der dritte Sieg eines absoluten Außenseiters, während die meisten Favoriten bisher leer ausgingen.

Vor allem dank eines famosen Slaloms stürmte Albrecht zum ersten WM-Gold für die Schweiz seit 2001. "Ich bin ein bisschen ungläubig, ich dachte nicht, dass es noch zu einer Medaille reichen könnte", gestand der Weltmeister. In 2:88,99 Minuten lag der Überraschungssieger am Ende nur knapp vor Titelverteidiger Benjamin Raich aus Österreich (0,08 Sekunden zurück) sowie seinem Landsmann Marc Berthod (0,24).

Flutlicht das Signal zur Aufholjagd

Nach der Abfahrt hatte Albrecht 1,02 Sekunden hinter Bode Miller aus den USA zurückgelegen, doch als in Are am Nachmittag das Flutlicht anging, gab es für den ehemaligen Junioren-Weltmeister kein Halten mehr. Miller und der zunächst zweitplatzierte Aksel Lund Svindal (Norwegen) vergaben ihre Chancen auf Gold, belegten nur die Ränge sechs sowie fünf. "Dass ich Miller und Svindal schlagen kann, das ist schon sehr überraschend für mich", sagte Albrecht.

Albrecht profitierte davon, dass sich alle Favoriten in einer der beiden Disziplinen eine "Auszeit" nahmen. Raich etwa missriet die Abfahrt, selbst die beste Slalom-Zeit half ihm da nicht weiter. "Natürlich wäre ich lieber ganz oben gewesen", gab der Österreicher zu, fand aber auch lobende Worte für den neuen Weltmeister, der mit 0,58 Sekunden Vorsprung auf den Österreicher in den Slalom gegangen war: "Beeindruckend, wie er gefahren ist."

Svindal und Miller patzen im Slalom

Auch die anderen beiden Gold-Aspiranten patzen. Svindal fuhr eine starke Abfahrt, lag bei "Halbzeit" 0,78 Sekunden vor Albrecht. Dann aber kam der Norweger mit dem tückischen, von Raichs Trainer Rainer Gstrein ausgeflaggten Slalom nicht zurecht. Und Miller? Wie bei Olympia 2006 reichte ihm die Abfahrtsführung nicht zum Sieg, im Torlauf fand er keinen Rhythmus: "Ich habe kein Gefühl gehabt, und richtig motivieren konnte ich mich auch nicht", maulte er.

Ein unbeschriebens Blatt ist der neue Weltmeister aber nicht. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2003 hatte er in der Abfahrt, im Riesenslalom und in der Kombination Gold gewonnen, bei Olympia 2006 in Turin fuhr er als Vierter nur knapp am "Stockerl" vorbei. Und dass er Slalom fahren kann, hatte er in dieser Saison bereits mit seinem vierten Rang in Beaver Creek (USA) bewiesen, dem besten Weltcup-Resultat seiner Karriere.

Deutsche starteten nur in der Abfahrt

Für die beiden deutschen Starter war die "Super-Kombi" wie geplant schon nach der Abfahrt beendet. Stephan Keppler (Ebingen) und Johannes Stehle (Obermaiselstein) wollten in erster Linie eine weitere Testfahrt für die WM-Spezialabfahrt am Samstag absolvieren, überzeugen konnten sie aber nicht. Keppler belegte mit 2,40 Sekunden Rückstand auf Miller nur Rang 27, Stehle nur Rang 37 (3,13). Beide verzichteten danach offiziell auf den Start im Slalom.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%