Ski alpin WM
Staudacher holt sensationell WM-Gold im Super-G

Der Italiener Patrick Staudacher hat bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Are die erste Goldmedaille gewonnen. Der Außenseiter verwies im Super-G Fritz Strobl und Bruno Kernen auf die Plätze.

Das lange Warten der schwedischen Skifans wurde mit einer Sensation belohnt: Außenseiter Patrick Staudacher vernaschte die Konkurrenz. Als in Are mit einer Verspätung von drei Tagen der neue Weltmeister im Super-G geehrt wurde, kletterte ein Mann auf das Siegertreppchen, dem derartige Zeremonien bislang fremd waren. Staudacher war im Weltcup nie über Rang fünf hinausgekommen, nun gelang dem Italiener eine Sensation. Keiner der großen Favoriten kam auch nur in die Nähe der Medaillen, Gold holte ein 26-Jähriger aus Südtirol - in seinem ersten WM-Rennen.

Keppler sauer auf sich selbst

Während sich der deutsche Hoffnungsträger Stephan Keppler (Ebingen) nach seiner Bummelfahrt auf Rang 37 so richtig ärgerte, weil "ich den Staudacher normal immer im Sack habe", rang der erste Weltmeister aus Italien seit Alberto Tomba 1996 (Gold im Slalom und im Riesenslalom) nach Worten: "Es ist ein Traum, ich brauche sicher ein, zwei Tage, um das zu begreifen. Ich kann es kaum fassen", sagte Staudacher, der bereits mit der Startnummer zwölf eine Zeit aufstellte (1:14,30 Minuten), an der hinterher alle scheiterten - darunter auch Titelverteidiger Bode Miller (USA), der nur Rang 24 belegte.

Auf der Strecke "Olympia", die wegen der Schneefälle in den vergangenen Tagen um 352 Meter verkürzt werden musste, aber dennoch anspruchsvoll und tückisch war, gelang Staudacher eine fast perfekte Fahrt. Bei Temperaturen um die minus 15 Grad und endlich auch blauem Himmel über dem Areskutan schlich der Sohn eines Gastwirt-Ehepaars mit enorm viel Gefühl über die Schlüsselstellen hinweg. "Staudacher ist eine der Überraschungen, die es bei einer WM gibt, aber er ist phasenweise auch klasse gefahren", lobte der deutsche Cheftrainer Werner Margreiter das Kraftpaket (190 cm, 93 kg) aus Sterzing.

"Altmeister" Strobl und Kernen mit Medaillen

Die anderen beiden Medaillengewinner waren im Gegensatz zu Staudacher prominent, gehörten aber vor dem Rennen nicht gerade zum Kreis der Anwärter auf eine "Stockerl"-Platzierung. Fritz Strobl aus Österreich, der Abfahrts-Olympiasieger von 2002, holte mit immerhin schon 0,32 Sekunden Rückstand Silber, Bruno Kernen aus der Schweiz, Abfahrts-Weltmeister 1997, fuhr wie bei der Olympia-Abfahrt 2006 zu Bronze (0,62 zurück). Mitfavoriten wie Didier Cuche (Schweiz/4.) und Hermann Maier (Österreich/7.) waren dagegen chancenlos, weil unter anderem ihre Startnummern (ab 20) eher ungünstig waren.

Zurück hinter den Erwartungen, vor allem den eigenen, blieb auch Stephan Keppler. Nur 17 Tage nach seinem schweren Sturz beim Abfahrtstraining in Val d´Isere, bei dem er einen Haarriss in der Hüfte und einen Kahnbeinbruch an der rechten Hand erlitten hatte, fehlten ihm 1,94 Sekunden zur Siegerzeit von Staudacher. Noch mehr Rückstand (2,36) war es für Johannes Stehle (Obermaiselstein), der zwei Positionen hinter dem Teamkollegen auf Rang 39 landete. "Das war beschissen, viel zu brav", schimpfte derweil Keppler: "Das war mehr eine Trainingsfahrt als ein WM-Rennen."

Eine Platzierung unter den Top 15 hatte sich Keppler vor dem Rennen trotz seiner Verletzungen vorgenommen, dann aber fehlten ihm nach Ansicht von Cheftrainer Margreiter "das letzte Risiko und die letzte Konsequenz". Am Samstag bei der Abfahrt soll es dann besser laufen: "Da muss ich mehr angreifen", sagte Keppler.

© SID

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