Ski alpin WM: Super-G in Are erneut verschoben

Ski alpin WM
Super-G in Are erneut verschoben

Auch am Montag war bei der Ski-WM in Are kein Wettkampf möglich. Der Super-G der Herren, der ursprünglich für Samstag angesetzt war, wurde wegen starken Windes und schlechter Sicht auf Dienstag-Vormittag verschoben.

Als Schwedens König Carl XVI. Gustaf am Freitag auf dem Marktplatz in Are die 39. alpinen Ski-Weltmeisterschaften für eröffnet erklärte, wünschte er den Athleten viel Glück für die elf Wettbewerbe. Doch bis zum dritten Veranstaltungstag musste keiner der Ski-Rennläufer auf die warmen Worte des Monarchen bauen: Die drei geplanten Rennen wurden allesamt abgesagt.

Damit hat die Veranstaltung, die als die beste ihrer Art in der Historie des alpinen Sports angekündigt war, schon jetzt ihren Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Dass an keinem der ersten drei Renntage gefahren werden konnte, ist ein Novum. "Es besteht kein Grund zur Panik", hatte Weltverbandspräsident Gian Franco Kasper noch am Samstag versprochen, als der Männer-Super-G zum ersten Mal nassem Neuschnee und Wind zum Opfer gefallen war - und bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag wiederholte er diese Worte .

Auch die Neuansetzung platzte

Doch am Sonntag musste auch der Super-G der Frauen aus den gleichen Gründen abgesagt werden, ehe die Neuansetzung des Super-G der Männer am Montag platzte - vom Winde verweht. Der Zeitdruck auf die Veranstalter wird größer, schon jetzt musste man von je drei geplanten Trainingsläufen für die Abfahrt einen streichen.

Kasper aber betont, dass er "nicht nachdenklich" geworden sei. Die Super-G sollen beide am Dienstag nachgeholt werden: die Männer ab 10.00, die Frauen ab 12.30 Uhr. "Wir können problemlos zwei Rennen an einem Tag fahren", sagte Kasper, "die Wettervorhersagen sehen gut aus".

Doch das galt auch schon für Montag. Die versprochene Kaltfront traf aber im Verbund mit heftigen Winden ein, so dass "an ein reguläres Rennen nicht zu denken war", wie Kasper betonte. Die Männer werden allerdings mit einem verkürzten Super-G leben müssen. Weil die Piste im oberen Teil unter dem Nassschnee der vergangenen Tag leidet, wird sie am Dienstag um etwa 400 Meter verkürzt.

"Vier Jahreszeiten an einem Tag"

Außerdem schränkt die Biathlon-WM in Antholz den Spielraum der Alpinen für eine Verschiebung ein. "Die haben dort am Dienstag um 14.15 Uhr ein Rennen. Deshalb können wir nicht ewig warten, bis wir starten", erklärte Renndirektor Günter Hujara. Dass der Wind sich bis Dienstag ausgetobt hat, kann indes keiner garantieren. "Wir kennen Are seit 30 Jahren und wissen, dass man hier manchmal vier Jahreszeiten an einem Tag hat", sagte Kasper.

Kasper und seine Leute haben Erfahrung mit Absagen bei Weltmeisterschaften. 1993 war das Wetter im japanischen Morioka so schlecht, dass bis zum fünften Renntag erst eine Siegerin gefunden war - Miriam Vogt in der Kombination. Zwei Jahre später musste die WM in der Sierra Nevada (Spanien) vor dem geplanten Auftakt komplett abgesagt werden. Nun versprach Kasper, "dass wir das Schlimmste hinter uns haben".

Stephan Keppler freute sich derweil auch am Montag über das schlechte Wetter. Der beste deutsche Speed-Fahrer ist über jeden Tag froh, an dem er seinen Kahnbeinbruch an der rechten Hand, die Rückenprellungen und seine Hüftverletzung schonen kann. Statt auf die Piste ging er erneut in den Kraftraum. Bode Miller tobte sich lieber in einem Nachtklub aus. Andere Athleten nutzten den überraschend freien Tag zum Shopping und kurbelten wie etwa Schwedens Frauen-Team die lokale Wirtschaft an.

Auch die Fans kommen trotz der Ausfälle auf ihre Kosten. Das umfangreiche Rahmenprogramm bietet von Freestyle-Wettbewerben bis hin zu Konzerten etwas für jeden Geschmack. Den Fans, die zu den neuen Renn-Terminen keine Zeit, aber Tickets für die Rennen haben, wird ihr Eintrittsgeld erstattet. Und spätestens, wenn der Schwede sich ins Nachtleben von Are gestürzt hat, ertrinkt der Unmut meist sehr schnell.

© SID

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